
Zwar hätten schon mehrere Kommunen in Hessen Verwaltungsteile zusammengelegt, aber nicht in der Konsequenz wie Angelburg und Steffenberg. "Meist arbeiten die Gemeinden im Bereich des Kassen- oder Steuerwesens zusammen, aber hier wurden die kompletten Kämmereien zusammengelegt", betonte Hardt. Damit täten sich viele andere Kommunen schwer. Den Effekt der Zusammenlegung spüren die beiden Gemeinden allemal.

Immerhin werden dadurch 50 000 Euro pro Jahr gespart. Das sind rund 17 Prozent der bisherigen Kosten für den Finanzbereich. Das sei dem Land 50 000 Euro als Prämie wert, sagte Hardt. "Und das Schöne ist, dass sie sich jederzeit wieder mit einer weiteren Zusammenarbeit auf einem anderen Gebiet bewerben können", ergänzte Claus Spandau, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für interkommunale Zusammenarbeit in Wiesbaden. Das könnte eine Kooperation in Sachen Bauverwaltung sein oder auch beim Personalwesen. Die Prämie solle dabei ermutigen, in diese Richtung zu gehen und ein Stück weit auch den Bedenkenträgern interkommunaler Zusammenarbeit entgegentreten, sagte Spandau.
Dass der Gedanke einer weiteren Zusammenarbeit gar nicht so weit hergeholt ist, verriet schließlich Steffenbergs Bürgermeister Peter Pfingst (parteilos), der die Kooperation im Finanzwesen als ersten Schritt einer umfangreichen Zusammenarbeit bezeichnete.
n Auch in der Bauverwaltung streben beide Gemeinde den Schulterschluss an
Konkrete Gespräche und Planungen gebe es auch schon bei der Bauverwaltung, wo sich eine Zusammenarbeit auch deswegen anbiete, weil der Leiter der Angelburger Bauverwaltung in diesem Jahr in den Ruhestand geht.
"Wir werden diesen Weg auf jeden Fall weitergehen", sagte Pfingst und regte an, dass als letzte Konsequenz irgendwann in der Zukunft einmal die komplette Zusammenlegung beider Kommunen stehen sollte. Zumindest wäre das ein Weg, wie beide Partner vielleicht der Misere der unausgeglichenen Haushalte begegnen könnten.
Angelburgs Erste Beigeordnete Eva-Maria Simon (BGL/FWG) fügte hinzu, dass nicht nur die gemeindlichen Gremien beider Kommunen hinter dieser Entscheidung stünden. Sie schätzte, dass mittlerweile auch viele Bürger verstanden hätten, dass um eine engere Zusammenarbeit kein Weg herumführe, wenn man in den Gemeinden Kosten senken wolle. Das sei auf jeden Fall die bessere Alternative zur fortschreitenden Ausdünnung der Infrastrukturangebote, weil in den Kommunen gespart werden müsse, sagte Thorsten Hardt.







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