
Schon treten sie ein: Prinzessin Natascha I. und Prinz Mario I., das Prinzenpaar des Festkomitees Carneval in den Katholischen Kirchengemeinden (FCKK) aus Stadtallendorf. Durch den Schnee sind sie gekommen, gemeinsam mit ihrem Hofmarschall, ihrer Hofdame und ihrem Zeremonienmeister. Kinder und Erzieherinnen begrüßen sie mit einem lauten "Helau".
Die Prinzessin ist den Kindern nicht unbekannt. Allerdings kennen sie sie nicht in einem mit Glitzersteinen bestickten Kleid und einem weiten Reifrock. Natascha Huhn ist eigentlich Erzieherin. Seit Juli vergangenen Jahres betreut sie die Krippengruppe des Kindergartens, die Grashüpfer. Als Prinzenpaar eilen sie und ihr Mann Mario (33) zurzeit von einem Termin zum nächsten. Rund 50 sind es während der närrischen Zeit insgesamt. Für die 32-Jährige eine Selbstverständlichkeit, dass sie auch ihren Schützlingen in Gladenbach einen Besuch abstattet.
Eine Premiere für die anderen Erzieherinnen und die Kinder der Arche Noah. "Wir wissen auch nicht, was uns erwartet", gesteht Bärbel Zeman vorab, während sie den Turnraum mit Luftballons und Luftschlangen für den Empfang dekoriert. "Wir lassen uns überraschen." Das Prinzenpaar überraschte die Erzieherinnen, in dem sie ihnen den Prinzen- und dem Kampagneorden überreichen. Mit einem besonderen Dank der Prinzessin an Kindergartenleiterin Gisela zu Jeddeloh, "weil ich mir so viel Urlaub nehmen durfte".
Das Prinzenpaar nimmt auf dem Thron aus dunkelgrünem Samt Platz - mit dem sperrigen Reif von Natascha I. gar nicht so einfach. Die Kinder singen. "Hey Barberina" und das "Flummi-Lied". Außerdem zeigt die Löwengruppe noch einen Tanz. Danach schnellen die Finger in die Höhe. Denn Gisela zu Jeddeloh möchte wissen, wer von den Kindern der Prinzessin eine Rose überreichen möchte. "Ich will der Prinzessin eine geben", ruft ein Mädchen mit Pferdeschwanz. "Aber ich auch", kräht ein anderer. Nach und nach treten die Kinder mit einer Blume in der Hand nach vorn.
Vorfreude auf Rosenmontag
Danach gibt es Süßigkeiten. Jedes Kind erhält vom Prinzenpaar eine Tafel Schokolade. Und eine Karte, auf der ein Foto des Paares abgebildet ist. "Du bist aber noch viel schöner als auf dem Foto", sagt ein Mädchen zu ihr.
Bereits um 7 Uhr muss sich Natascha I. täglich die Haare hochstecken lassen. Damit das Kleid perfekt sitzt, verbrachten sie und ihr Mann vorab viele Stunden bei einer Schneiderin. Ihr Mann sogar häufiger als sie. Denn: "Ich habe das Oberteil seines Kostüms gewaschen", gesteht sie. "Danach war die weiße Jacke lila, und unsere Schneiderin musste eine neue herstellen."
Der Termin im Kindergarten "Arche Noah" ist für das Prinzenpaar bereits der zweite an diesem Tag. Neben Kindergärten besucht das Paar vor allem Altenheime. Unentgeltlich. Volles Programm, aber "es ist ein sehr angenehmer Stress", betont Prinz Mario I. Die Spenden gehen zum Jahresende an karitative Zwecke.
Nach dem Besuch des Prinzenpaares geht es auch in den kommenden Tagen im Kindergarten närrisch zu. Am Rosenmontag und am Faschingsdienstag wird gefeiert. "Dann herrscht bei uns immer Ausnahmezustand", sagt Bärbel Zeman lachend.







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