Neue Zäune für Lahnaue

BUND Schneider verteidigt Haltung zum Windpark Schwarzenberg

Weil die Umzäunung der Weiden in der Lahnaue durch Hochwasser immer wieder beschädigt wurde, hat sich der BUND-Ortsverband nun für ein neues Zaunsystem aus ineinander gesteckten Rohren entschieden, das in den nächsten Wochen angebracht werden soll. (Foto: Valentin)

Es gebe immer wieder Kritik von Windparkgegnern, die mit der Haltung des Ortsverbands nicht einverstanden seien, sagte der Vorsitzende Matthias Schneider. Aber damit wüsste der Vorstand umzugehen. Zumal er mit dem NABU den Prozess seit 2008 begleitet und kritische Stellungnahmen zu dem Windpark abgegeben haben. "Mit alledem konnten wir aber nicht verhindern, dass das Regierungspräsidium die Fläche als Vorrangfläche für Windkraftnutzung ausgewiesen hat", erklärte Schneider.

Außerdem sei die Suche nach Ausschlusskriterien - wie etwa dem Vorhandensein gefährdeter Tierarten - ergebnislos verlaufen, und bei einem Großteil der Flächen, auf denen die Anlagen aufgebaut werden, handele es sich um Windwurfflächen. Aus naturschutzrechtlicher Sicht gebe es also keine harten Fakten, die gegen den Windpark sprächen, sagte der Vorsitzende und ergänzte, dass man manchmal die Gegebenheiten akzeptieren müsse.

Ortsverband will in Kürze die Zäune für die Amphibien erreichten

Andererseits sei es ihnen in den Verhandlungen gelungen, wesentlich mehr Ausgleichsflächen für den Bau des Windparks herauszuschlagen als dies in Hessen nötig wäre. Eine Fläche von rund 46 Hektar soll im Gegenzug für den Naturschutz ausgewiesen werden.

Der Vorsitzende teilte weiter mit, dass in den kommenden Wochen die Amphibienzäune entlang der Kreisstraße 109 nach Weifenbach aufgestellt werden müssen. Spätestens wenn die Temperaturen nachts um die 6 bis 7 Grad Celsius liegen, beginne die Krötenwanderung. Und wie wichtig der Fangzaun zum Schutz der Tiere ist, habe das Ergebnis des vergangenen Jahres gezeigt. 2633 Tiere wurden innerhalb einer zeit von etwas mehr als einem Monat eingesammelt. Derzeit befinde er sich in Gesprächen mit der Unteren Naturschutzbehörde, dauerhafte Durchlässe unter der Kreisstraße 109 einzurichten.

Ebenfalls in nächster Zeit soll an den Lahnauen ein neues Zaunsystem errichtet werden. Leider hätten die Zäune durch die Hochwasser der vergangenen Jahre immer wieder Schäden erlitten, sodass der Verein nun beschlossen habe, ein neues System einzurichten. Dabei werden die Zäune an ineinander gesteckten Rohren befestigt, die bei Hochwasser einfach hochgeschoben werden können. So sollte es dann zu keinen Schäden an den Zäunen mehr kommen, erklärte Matthias Schneider.

Weiter verwies der Vorsitzende auf eine Aktionswoche mit regionalen Spezialitäten, die um Ostern herum in der Gaststätte Frauental stattfinden soll. Dabei können die Besucher regional erzeugte Produkte wie Bioeier und -kartoffeln, Fleisch oder auch Apfelsaft kosten.

Für Ende März plant der Verein einen Obstbaumschnitt voraussichtlich an den Bäumen auf der Wiese unterhalb der Reithalle im Kottenbach. Insgesamt betreut der BUND rund 200 Obstbäume, die alle regelmäßig, mindestens aber im Rhythmus von vier bis fünf Jahren geschnitten werden müssen, sagte Schneider. Um den Menschen diese Arbeit näher zu bringen, überlegt der Verein nun eine Art Streuobstpfad mit Infotafeln anzulegen. Als mögliche Standorte kommen der Kottenbach oder auch der Promenadenweg an der Lahntalschule in Frage.

Abschließend erinnerte der Vorsitzende daran, dass die Mitglieder des Ortsverbands sich am 16. April an der Aktion "Sauberes Lahntal" beteiligen. Sie werden sich vor allem über den Müll entlang des Flusslaufs der Lahn kümmern.


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