
Am Anfang stand die Jutetasche

Wolfgang Blume, Jens Georg, Susanne Groß, Doris Häring, Gertrud und Siegfried Klein, Sieglinde und Rudolf Nord, Marianne Preis-Dewey, Sabine Richter, Rüdiger und Ulrike Stein und Ilona Zell gründeten im Herbst 1982 den "Dritte-Welt-Laden" im ersten Stock des evangelischen Gemeindehauses in der Bahnhofstraße. Sogleich begannen sie mit dem Verkauf des solidarisch bitteren Nicaragua-Kaffees, der kratzigen Jute-Tasche aus Bangladesh und des Lacandona-Honigs aus Mexiko.
In seiner Predigt während des Festgottesdienstes verdeutlichte Pfarrer Herbert Volk den engen Zusammenhang zwischen der Botschaft der Bergpredigt und dem nachhaltigen Eintreten für Gerechtigkeit und Solidarität mit den Ärmsten der Erde. Dafür stand der "Dritte-Welt-Laden" 1982, und dafür steht das Fachgeschäft des fairen Handels im Jahr 2012.
Gründungsmitglieder und derzeitige Mitarbeiterinnen trugen Streiflichter aus der 30-jährigen Geschichte der Einrichtung vor. Die vielfältigen Aktivitäten in Gladenbach, Umzüge des Ladens, Kampagnen oder auch Aktionen zur "Fairen Woche" spiegelten gleichzeitig ein Stück Weltgeschichte wider: Wichtiger denn je sei angesichts der globalen Finanzströme die Arbeit im fairen Handel und somit das Engagement für die Menschen, die im Schatten der Globalisierung stehen, machten die Weltladen-Initiatoren deutlich.
Sieglinde und Rudolf Nord wurde nach 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für die Buchhaltung des Weltladens feierlich verabschiedet. Pfarrer Volk dankte dem Ehepaar im Namen der Kirchengemeinde für das langjährige persönliche Engagement und für die Kompetenz in allen Finanzfragen.
Ein fröhliches Wiedersehen fand beim fairen Brunch im Gemeindehaus Blankenstein statt. Ehemalige Mitarbeiter von nah und fern, die sich zum Teil seit 20 Jahren nicht mehr getroffen hatten, waren gekommen. Zudem hatte der Marburger Weltladen eine Abordnung entsandt.
Gründungsmitglied Pfarrer Siegfried Klein erinnerte an die Anfänge 1982. Zunächst seien in der Kirchengemeinde Pionier- und beständige Überzeugungsarbeit für das Anliegen des fairen Handels nötig gewesen.
Höhepunkt war die Filmvorführung "Dreißig Jahre Weltladen Gladenbach". Als Gemeinschaftswerk der Weltladen-Mitarbeiterin Doris Häring, des Sprechers Cord Pielemeier und des Mediengestalters Michael Kling war die Dokumentation entwickelt worden. Unterhaltsam und informativ zeigt der Film, wie sich der Weltladen aus einer kleinen Nische heraus ins Zentrum der Stadt und ins Bewusstsein der Menschen in der Region gearbeitet hat.







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