Andreas Kaufmann erhält Ehrengabe der Stadt

AUSZEICHNUNG "Ein Mann mit einer Vision"

Oberbürgermeister Wolfram Dette (l.) verleiht Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG, im Palais Papius die Ehrengabe der Stadt Wetzlar.

"Sie sind eine Persönlichkeit, die Spuren in Wetzlar hinterlassen hat. Sie haben den Optikstandort Wetzlar neu justiert und vorangebracht", sagte Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) in seiner Laudatio. Kaufmann habe "einen herausragenden Beitrag zur Verbesserung des Wirtschaftsstandorts, zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und der städtebaulichen Entwicklung geleistet" - nicht zuletzt "durch seine Kapitalzuführung in schwierigen Zeiten". Über 100 Millionen Euro an Investitionen am Standort Wetzlar hätten die Entwicklung der Stadt positiv beeinflusst.

Seit 2002 habe sich der Salzburger Kaufmann über die ACM Projektentwicklung GmbH in Wetzlar an optisch-feinmechanischen Gesellschaften beteiligt. Dazu zählte 2002 die Uwe Weller Feinwerktechnik in Wetzlar, 2003 die ViaOptic GmbH in Wetzlar und seit 2004 die Leica Camera AG Solms.

Dieses Unternehmen habe damals in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage durch das persönliche und finanzielle Engagement Kaufmanns und seiner ACM Projektentwicklung GmbH neu aufgestellt werden können. "Sie haben die Vision gehabt, dass die einzigartige Leica-Technik Zukunft hat", betonte der Oberbürgermeister. Gleichzeitig habe Kaufmann seine Vision realisiert, das traditionsreiche Unternehmen wieder an seinen Ursprungsstandort Wetzlar zurückzuführen.

Er habe die Leitz Park GmbH - eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der ACM Projektentwicklung GmbH - gegründet. Diese kaufte von der Stadt das Leitz-Park-Gelände in der Spilburg und entwickelte zunächst für die Uwe Weller Feinwerktechnik und die ViaOptic GmbH neue Firmengebäude.

Mit dem Neubau der Leica Camera AG, der derzeit läuft und Arbeitsplätze für über 600 Mitarbeiter in Wetzlar schafft, werde auch architektonisch ein besonderes Glanzlicht gesetzt. "Hier sieht man eine besondere Handschrift, das war Ihr Anliegen", sagte Dette. Die Verbundenheit mit der Stadt Wetzlar habe Kaufmann bereits darin zum Ausdruck gebracht, dass er vor dem Hessentag auf eigene Kosten den Kreisverkehr am Leitz-Park mit einer Weltkugel gestaltet habe. "Dieses Engagement sucht seinesgleichen", sagte Dette unter dem Applaus der Anwesenden.

OB Dette sieht in der Leica-Welt "eine große Chance für den Tourismus"

Dies sei nur möglich, wenn Unternehmer wie Kaufmann einen persönlichen Bezug zu einer Stadt haben. "Das ist etwas Besonderes", so Dette.

In dem dritten Bauabschnitt in der Spilburg - auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbetriebsamt ist eine Leica-Welt geplant - sieht Dette "eine große Chance für den Tourismus". Jährlich sollen mehr als 50 000 internationale Besucher nach Wetzlar gelockt werden. "Dieses gesamte Ensemble lässt den Optikstandort Wetzlar neu aufleben", so der Rathaus-Chef. Noch zu einem Zeitpunkt, als die Leica-Camera AG in der Konsolidierungsphase gewesen sei, habe Kaufmann zudem dem Viseum-Verein beigetreten und habe die Realisierung der Ausstellung finanziell unterstützt. Ferner habe Kaufmann in Wetzlar eine neue Firma - CW Sonderoptic - gegründet, die mit 25 Mitarbeitern Objektive für Filmkameras für die Filmindustrie weltweit entwickelt und herstellt.

"Wir brauchen gute Mitarbeiter, saubere Finanzen, aber vor allem etwas, das den Charme ausmacht", sagte der ehemalige Waldorf-Lehrer Andreas Kaufmann in seiner Dankesrede. "Ich habe ein Bewusstsein für diese Region", erklärte der Salzburger, der für den dritten Bauabschnitt "nochmal etwas Besonderes" ankündigte.

- Die Ehrengabe der Stadt Wetzlar wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Entwicklung der Stadt verdient gemacht haben. Sie ist bisher 49 Mal verliehen worden.


Die ganze Zeitung auf Smartphone oder Tablet: Testen Sie jetzt gratis unsere E-Paper-App.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Kommentare (0)
Mehr aus Region Wetzlar