Auf Schusters Rappen unterwegs

WANDERUNG Stadtverordnete und ihre Gäste besuchen die "Grube Fortuna"

Kurze Rast: Zum Aufwärmen tranken die Wanderer Glühwein und heißen Apfelwein. (Foto: Bender)

Das Ziel vor Augen legte die Wandergruppe auf dem Zufahrtsweg zum Besucherbergwerk Fortuna nochmal einen Zahn zu. (Foto: Bender)

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Vom Treffpunkt am Braunfelser Segelflugplatz führte die Strecke über Burgsolms und Oberbiel bis zur Grube Fortuna. Begrüßt wurde die Gruppe am Vormittag durch die Stadtverordneten Volker Zimmerschied (SPD Braunfels), Dieter Hagner (SPD Solms) und Walter Frank (SPD Weilburg) sowie durch die Bürgermeister Wolfgang Keller (parteilos) und Frank Inder-thal (SPD).

Geführt wurden die Wanderer dann von Tim Schönwetter und Gerd Mathes. Der Weg ging zum Burgsolmser Tretbecken mit der ehemaligen Grube Weidenstamm. Inderthal berichtete über die Historie des Tretbeckens, das 1952 gebaut, 1992 zugeschüttet und 2012 durch eine Interessengemeinschaft "schöner denn je" wieder aufgebaut worden sei. Das Tretbecken gilt mittlerweile als Kleinod und erfreut sich großer Beliebtheit.

Mathes klärte die Gruppe über die Grube Weidenstamm auf, die als größte Manganerzgrube Mittelhessens von 1859 bis 1926 und von 1936 bis zum Kriegsende 1945 in Betrieb war. Von 1860 bis 1885 wurde das Erz hier mit Fuhrgespannen zur Verladestelle am heutigen Bootsanlegeplatz Schohleck, und dann per Schiff über die Lahn nach Oberlahnstein transportiert. Später - bis 1925 - erfolgte der Transport über eine Seilbahn bis zum Burgsolmser Bahnhof. Die nächste Station der Wandergruppe war der Burghof in Burgsolms. Hier erklärte Schönwetter Interessantes zum Stammsitz der Solmser Grafen.

Die Wasserburg wurde 1384 zerstört. Als letztes Zeugnis der Burg wurde die baufällig gewordene sogenannte "Storchenmauer" 1954 abgerissen. Weiter ging es danach zum Platz der ehemaligen Georgshütte, die von 1870 bis 1928 in Betrieb war und 1932 gesprengt wurde.

In Oberbiel erhielt die Gruppe einen Einblick in die Schiffbarmachung der Lahn ab 1847

Die Erzversorgung der Hütte erfolgte einst mittels einer Pferdebahn. Bis 1982 war auf dem Gelände das Buderus-Betonwerk in Betrieb. Am Schwimmbadweg berichtete Schönwetter über mehrere Kalköfen, in denen Anfang des 19. Jahrhunderts Brandkalk als Zugabe zur Herstellung von Baumörtel gebrannt wurde. Hier hatten die Wanderer einen Blick zum ehemaligen Kalkwerk Lüning in Albshausen, das von 1910 bis 1950 in Betrieb war. Bei den ehemaligen Kling-Werken in Oberbiel erhielt die Gruppe einen Einblick in die Schiffbarmachung der Lahn ab 1847.

Über die Prinz-Herrmann-Brücke kehrten die Wanderer zur Rast bei "Konrads-Brauhaus und Imbiss" ein, wo sie von Besitzer Dennis Reinhardt und seinem Team mit Glühwein und heißem Apfelwein bewirtet wurden.

Vorbei an der Oberbieler "Schlagkatz", wo bis 1921 Eisenerz gewonnen wurde, ging es dann zum eigentlichen Ziel der Wanderung, dem Besucherbergwerk Fortuna. Von Tim Schönwetter, Rolf Georg und Michael Volkwein erhielt die Gruppe hier Informationen über die Neukonzeption der Geowelt Fortuna. Nach dem Mittagessen in der Gaststätte "Zum Zechenhaus" endete die interkommunale Wanderung.


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