Aus für die Spiel- und Theaterpädagogik?

JUGENDBURG HOHENSOLMS Landeskirchliche Bauverwaltung sperrt Tor-Weg-Wohnung wegen Brandschutz

Mitglieder des Vereins "Tor-Weg-Wohnung e.V., Gutshof für Spiel und Theater, Hohensolms" fordern den Erhalt ihrer Übungs- und Spielstätte in der evangelischen Jugendburg. (Foto: Rühl)

Seit 40 Jahren hat sie einen Nutzungsvertrag mit dem Verein "Tor-Weg-Wohnung e.V., Gutshof für Spiel und Theater, Hohensolms" für die zuletzt als Försterdomizil genutzten Räume des einstigen Gutshofs.

Der Eingang dazu befindet sich im Torweg, woher der Verein mit heute 100 Mitgliedern seinen Namen ableitet. Neben der Wohnung über dem Torbogen mit Dachboden nutzte der Verein bislang auch den Rinderstall mit "Einsiedelei" und "Hoffnung", die Knechtskammer, das Melkkammerbad und den Paradiesgarten.

Bis zu 2000 Teilnehmer kommen jährlich, um an Schulungen und Theaterproben teilzunehmen, so der Vorsitzende des Vereins, Hubert Heck (Erlensee). Mitte August erhielt er einen Brief, dass die Landeskirche dem Verein den Zutritt zu den Vereinsräumen aus Brandschutzgründen verweigert. Von einer "temporären Nutzungsuntersagung" ist die Rede.

Der Verein fühlt sich vor den Kopf gestoßen und steht möglicherweise nach vier Jahrzehnten vor dem Aus. Die Gruppen, die im September das Gebäude nutzen wollten, mussten sich neue Tagungshäuser suchen.

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins "Tor-Weg-Wohnung" (TWW) haben die Mitglieder ihren Protest gegen das Vorgehen mit dem Ausrollen eines Banners "TWW bleibt" zum Ausdruck gebracht.

Sie forderten eine Lösung für die Theaterarbeit und zeigten sich gesprächsbereit. Bislang hätten die Mitglieder, so Heck, kleinere Reparaturen selbst erbracht und auch Maßnahmen des Brandschutzes wie das Anschaffen von Feuerlöschern, das Anbringen von Feuermeldern und das Ausschildern des Notausganges selbst in die Hand genommen. Heck bedauerte, dass der Verein bei der Begehung mit der Feuerwehr nicht einbezogen wurde und auch in die Gespräche nicht involviert wurde.

Unterstützung durch Freundeskreis

Unterstützung haben Heck und seine Mitstreiter bereits erhalten vom Hohensolmser Freundeskreis - Verein zur Förderung der Evangelischen Jugendburg. Die stellvertretende Vorsitzende Silke Siral (Hahnstätten) verlas bei der Mitgliederversammlung einen offenen Brief, der an die Kirchenleitung in Darmstadt gerichtet ist. Darin heißt es, dass der Freundeskreis in tiefer Bestürzung und Sorge um die Zukunft der Tor-Weg-Wohnung ist.

"Die Tor-Weg-Wohnung mit ihrer spiel- und theaterpädagogischen Arbeit ist aus unserer Sicht ein integraler Bestandteil der Evangelischen Jugendburg Hohensolms. Wir fühlen uns daher als Freunde und Förderer der Jugendburg mit dem Tor-Weg-Wohnung e.V., als Träger der Tor-Weg-Wohnung, geschwisterlich verbunden und leiden nun gleichermaßen unter der niederschmetternden Aussicht, die Arbeitsmöglichkeiten der TWW könnten auf Grund mangelhaften Brandschutzes durch einen Verwaltungsakt auf Dauer beendet werden", heißt es.

Der Freundeskreis würde es begrüßen, wenn ein Kompromiss gefunden würde, die auf der einen Seite den Brandschutz erfüllt und auf der anderen Seite die inhaltliche und pädagogische Arbeit der Tor-Weg-Wohnung nicht gefährdet.

Auch der Bundesverband Kulturarbeit (bka) in der evangelischen Jugend (Berlin), ein Zusammenschluss von über 30 Organisationen, hat sich mit einem Schreiben an die Kirchenverwaltung gewandt. Hohensolms sei für ihre Arbeit auch in Zukunft ein wichtiger Ort. (lr)


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