Betreuung im "Kinderpflege-Nest"

AWO LAHN-DILL Tagesmütter kümmern sich in Mietwohnungen um unter Dreijährige

Annegret Müller (von links) freut sich mit Andrea Hofmann und Marion Gebauer-Ditmann, zwei bewährte Tagesmütter für die Arborner Einrichtung gewonnen zu haben. Dazu gratulierte auch AWO-Geschäftsführer Nils Neidhard. (Foto: Gerdau)

Annegret Müller, pädagogische Leiterin und Koordinatorin der AWO-Kindertagespflegenester, begrüßte neben dem 1. Beigeordneten der Gemeinde Greifenstein Wolfgang Leineweber, Pfarrer Reiner Lepper von der Kirchengemeinde Nenderoth, sowie zahlreiche Kommunalpolitiker. Müller sprach von einem "fast historischen Augenblick" und stellte sogleich die eher scherzhafte Frage: "Wer hat uns denn dieses Ei ins Nest gelegt"?

Die Antwort kam vom AWO-Geschäftsführer Nils Neidhard. Man habe seitens seiner Organisation schon seit längerem darüber nachgedacht, Wohnungen zu mieten und dort Tagesmütter fest anzustellen und arbeiten zu lassen, um Kinder unter drei Jahre betreuen zu können. In der Vergangenheit wäre diese Arbeit von selbstständigen Müttern in deren eigenen Wohnungen geleistet worden. Von ehemals 270 Tagesmütter die im Kreis ausgebildet worden seien, wären aber viele - oft wegen des großen Aufwands der Selbstständigkeit - wieder ausgestiegen. Mit Tagespflegenester wie dem in Arborn will die AWO den Eltern eine verlässliche Betreuung ihrer Kleinsten anbieten und den Tagesmüttern eine Festanstellung ermöglichen. Die Tagesmütter Andrea Hofmann und Marion Gebauer-Ditmann werden ab Montag die ersten Tagespflegekinder in der ehemaligen Gemeindeschwester-Wohnung im Untergeschoss des Gemeindehauses in Empfang nehmen. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Gemeinde Greifenstein sind hier nahezu ideale Verhältnisse für die Betreuung von bis zu fünf Kindern entstanden. Leineweber sprach von einem Glücksfall für alle Beteiligten, die das Projekt in dieser Form verwirklicht hätten. Nils Neidhard geht davon aus, dass schon bald weitere "Nester" im Kreisgebiet eingerichtet werden können. Aktuell sei ein zweites in Wetzlar in der Planung.

Ein zweites "Nest" soll demnächst in Wetzlar entstehen

Man wünsche sich außerdem noch Kooperationspartner. Würden beispielsweise Unternehmen die Kinderbetreuung ihrer Mitarbeiter bezuschussen, sei das in der Regel sozialversicherungs- und steuerfrei. Durch eine verlässliche Kinderbetreuung ließen sich auch leichter Fachkräfte in die Betriebe locken.


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