
Dazu konnte der Leiter der Liedpatenschaft, Gerhard König, 200 Besucher begrüßen. Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) und Gerhard König erinnerten daran, dass vor 50 Jahren der Leiter der Musikschule Wetzlar, Edgar Hobinka (1905-1989), der zugleich Stadtverordneter war, die Patenschaft angeregt hatte. Die Stadt Wetzlar stellte sich hinter das Ziel, das alte Liedgut aus den einstigen Ostgebieten zu erhalten.
Der Volkskundler Hobinka baute bis zu seinem Tod ein beispielhaftes Archiv auf, das heute rund 1600 Lieder beinhaltet. Der 29. März 1962 ist die Geburtsstunde der Patenschaft.
Der Oberbürgermeister überbrachte die Grüße des Magistrats und der anderen städtischen Körperschaften. In einem zusammenwachsenden Europa seien weiterhin Kulturen und Traditionen wichtig, so Dette. Die Stadt setze sich dafür ein, dass dieses Kulturgut nicht vergessen, sondern erhalten werde. Jährlich stelle die Stadt für dieses Engagement rund 100 000 Euro zur Verfügung.
n Dette: Sammlung ist einmalig
Dette würdigte auch den jetzigen Leiter der Liedpatenschaft. Seit nunmehr zehn Jahren führe Gerhard König die von Hobinka und anderen aufgenommene Arbeit fort. Dies geschehe mit hohem persönlichen Einsatz, um das Archiv auszubauen. Die Sammlung sei außergewöhnlich, bemerkenswert und einmalig.
Zur Gestaltung des ostdeutschen Liederabends hatte König den Sing- und Spielkreis Heidelberg mit seiner Vorsitzenden Andrea Hege und dem Chorleiter und Leiter der Instrumentalgruppe Gunter Barwig gewonnen. Die Instrumentalisten, Sänger und Tänzer boten ein buntes Programm mit Liedern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
Es erklangen Melodien aus Böhmen, dem Schlenzgau, der Wolgarepublik, der Ukraine, aus Mähren und Masuren. Bunt waren die Trachten anzusehen, die die Sängerinnen und Sänger trugen. Die meisten Lieder erklangen in Hochdeutsch. Einige Lieder jedoch wurden in ihrer ursprünglichen Mundart gesungen.
Die Besucher, unter ihnen der ehemalige Wetzlarer Stadtverordnetenvorsteher Walter Siegl, der Vorsitzende des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen, Manfred Hüber, der Vorsitzende des Ortsverbandes, Kuhno Kutz, der Vorsitzende des Kulturförderrings, Boris Rupp, und Angehörige der Familie Hobinka, waren einige Male eingeladen, mit einzustimmen. Mit ihrem Applaus zollten sie den Heidelbergern Dank und Anerkennung für den ostdeutschen Liederabend.








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