
Pro Bahn und Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordern die Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW) zu einer Umkehr dieser Entwicklung auf, wie die Regionalsprecher der Interessenverbände, Friedrich Lang (VCD) und Thomas Kraft (Pro Bahn), betonen. Nun habe es die Linien 415 (Wetzlar-Hohenahr), 160 (Brandoberndorf-Wetzlar) und 170 vom Solmsbachtal nach Wetzlar getroffen. Morgen könnten es andere Kommunen rund um Wetzlar sein, denen die VLDW Schrumpfungen verordne.
Als gefährdet gelten nach Angaben von VCD und Pro Bahn die Linien 120/125 und 471, zu denen Teile von Solms, Leun, Aßlar, Ehringshausen und Greifenstein gehörten. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund wolle diese Linien an die VLDW als örtlichen Träger abgeben. Die Verantwortlichen in den Kommunen müssten wachsam sein, bevor sie von heute auf morgen vor vollendeten Tatsachen stünden.
Die Stadt Wetzlar, die ihren Stadtbusverkehr in weiten Teilen sehr ordentlich organisiert habe, müsse für sich als Einkaufs- und Arbeitsplatzstandort die Gefahr erkennen. Wenn die Menschen mit dem Bus überhaupt nicht mehr in ihre Stadt kämen, könnten Kaufkraft und Arbeitsmarkt abnehmen, gaben Lang und Kraft zu bedenken.
Verbände sehen Kleinbusse und Sammeltaxis als sinnvolle Alternative
Die Verbände hätten die Notwendigkeit zum Sparen erkannt. Das Fahrplanangebot sollte jedoch als letztes angetastet werden. Es gebe andere Möglichkeiten. Vor dem Hintergrund steigender Kraftstoffpreise seien Kleinbusse sinnvoll, auch wenn sich die Verkehrsunternehmen gegen die angeblich doppelten Fuhrparkkosten sträubten, denn zur Schulzeit würden andere Fahrzeuggrößen benötigt.
Gute Erfahrungen seien anderswo auch mit bedarfsorientierten Systemen wie dem Anruf-Sammeltaxi oder Anruf-Linienbus gemacht worden. Diese Verkehrsart sei im Lahn-Dill-Kreis nahezu unbekannt, im Landkreis Gießen aber fest etabliert.
Sowohl der Verkehrsclub als auch Pro Bahn sehen für den Altkreis Wetzlar erheblichen Nachbesserungsbedarf gegenüber vergleichbaren Teilräumen in Hessen und im Bundesgebiet.
Sie fordern, die Kürzungen zurückzunehmen, mehr Geld in den öffentlichen Haushalten einzustellen, um so ein Teil der Daseinsvorsorge dauerhaft zu sichern. Man sei seitens der Verbände zum Dialog bereit, wie Lang und Kraft betonen.
Die Verbände kritisieren vor allem die Abkoppelung von Waldsolms und weiten Teilen des Schöffengrunds und Braunfels mit einer Direktverbindung nach Wetzlar. So sei bis Ende der Sommerferien 2012 die Linie 160 von Brandoberndorf bis nach Wetzlar durchgehend gefahren und habe zahlreiche Ortsteile von Waldsolms und Schöffengrund mitangebunden. Die Linie 170 verband das Solmsbachtal mit Wetzlar. Nun seien die Direktverbindungen für zehn Orte im südlichen Lahn-Dill-Kreis weggefallen, denn es müsse in Schwalbach umgestiegen werden.







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