
"Die Finanzspritze entlastet den Etat der Sozialstation, dessen wirtschaftliche Situation weiterhin schwierig ist", betonte bei der Übergabe der Geschäftsführer der Caritas Wetzlar/Lahn-Dill-Eder, Heinrich Arndt.
Zumal die Schere zwischen den notwendigen Hilfsleistungen und Handreichungen für bedürftige Personen und die Vergütungspraxis der Kassen immer weiter auseinandergehe. "Auch die finanziellen Zuwendungen der Kommunen für die soziale Betreuung ihrer Bürger sind weitgehend versiegt", bedauert Arndt, der den jährlichen Etat der Braunfelser Caritas-Einrichtung auf 800 000 Euro bezifferte. Der Anteil der Personalkosten liege derzeit bei rund 86 Prozent. "Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Förderverein müssten wir entweder den Leistungsumfang der Pflege für bedürftige Senioren auf die vorgegebenen Zeiteinheiten begrenzen oder würden noch tiefer in die roten Zahlen rutschen."
Das Engagement des Fördervereins Sozialstation mache Mut. Wir werden auch weiterhin am Standort "Braunfels" festhalten und die Leitungen weiter ausbauen, zumal die Nachfrage an ambulanter Pflege und Betreuung im häuslichen Bereich im vergangenen Jahr um über zehn Prozent zugenommen hat.
Derzeit betreuen die 26 qualifizierten Pflegekräfte der Caritas-Sozialstation in der Region Solms/Braunfels 150 Patienten in häuslicher Umgebung. Immer mehr nachgefragt werde auch der ambulante Demenzdienst. "Wir haben reagiert und einen Betreuungsdienst eingerichtet", so Wolfgang Redant, Leiter der katholischen Pflegeeinrichtung in Braunfels. "Vier ausgebildete Fachkräfte versorgen stundenweise und ermöglichen damit den Angehörigen ein Stück Freiraum", so Redant.
"Letztlich kommen die 15 000 Euro Spende den Patienten zugute, denn mit diesem Geld werden zusätzliche Leistungen, wie Trauergespräche, kleine Besorgungen oder eine zusätzliche ,große Pflege’ möglich", so die Vorsitzende des Fördervereins, Anni Müller, die mit Günther Weil den Scheck überbrachte. "Viele Bürger in der Solmser Region wissen die gute Arbeit des Pflegedienstes zu schätzen, aber die Zahl der Mitglieder im Verein geht kontinuierlich zurück", so Weil, der diese Entwicklung bedauerte.
Einsamkeit macht krank
Müller, die auch Seniorenbeauftragte der Stadt ist, bezeichnete die Einsamkeit vieler älterer Menschen als großes Problem, das krankmache. "Oft sind die Mitarbeiter des Pflegedienstes die einzigen Personen, die sie zu Gesicht bekommen, und dann ist der Redebedarf groß." Ihre Konsequenz: "Wir benötigen ganz dringend einen Kreis von Ehrenamtlichen, die sich in einem Besuchsdienst engagieren, das sind wir unseren einsamen Mitbürgern schuldig", so die Seniorenbeauftragte.







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