Fleck war dann mal weg

DIA-SHOW 500 Besucher packt die Reiselust / Mit Michael Fleck auf dem Jakobsweg

Beeindruckte mit seiner Panorama-Dia-Show über den Jakobsweg 500 Zuschauer in der Stadthalle: Michael Fleck. (Foto: Volkmar)

Beeindruckendes Bauwerk und Lohn für die Strapazen auf dem Jakobsweg: die Jakobskathedrale in Santiago de Compostela. ()

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"In jedem Menschen tief verwurzelt lebt der Traum vom Reisen. Dabei ist der weltbekannte Jakobsweg für viele ein ganz besonderer Anreiz", sagte Fleck. Zu Rad und zu Fuß pilgerte er mit seiner Frau und seinen Kindern auf dem 800 Kilometer langen Weg von den Pyrenäen bis zum Jakobsgrab in Santiago und weiter bis zum Kap Fisterra am Atlantik.

Obwohl das Grab des Apostels Jakobus schon seit Jahrhunderten von Pilgern besucht wird, war der Jakobsweg bis vor wenigen Jahren noch Geheimtipp. 10 000 Pilger gingen ihn zur Jahrtausendwende, heute sind es über 200 000. "Auf der Route der Sehnsucht zu pilgern, ist populärer denn je. Ein Weg, der zum Träger menschlicher Hoffnung geworden ist und Menschen aus allen Nationen zusammenführt", sagte Fleck, als er die einzelnen Pilgertypen in Wort und Bild auf der Großleinwand vorstellte und auch zu Wort kommen ließ.

Die einen locke die spirituelle Erfahrung der heiligen Orte entlang des Camino, die anderen die herrliche Landschaft Nordspaniens. Viele aber suchten auch nur die sportliche Herausforderung einer langen Wanderung oder einer Fahrradtour.

Ausgehend von Saint-Jean-Pied-de-Port und dem Somport-Pass folgte Familie Fleck der klassischen Route. Die Nächte verbrachten sie bei nicht immer angenehmen Temperaturen in ihrem Zelt. Dennoch besuchten sie auch die historischen und modernen Pilgerherbergen, in denen bis zu 100 Reisende in einem Schlafsaal einen Platz fanden.

Alles hat seinen Reiz und gehört zu den persönlichen Erlebnissen einer solchen Pilgerreise

"Egal, man war müde und wollte nur etwas essen und viel schlafen", berichtete der Referent, der die Herbergseltern für ihre Freundlichkeit lobte.

Nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" ging es durch blühende Landschaften, vorbei an uralten Siedlungen. Mal waren die Pilgerwege staubig, dann glichen sie einer Schlammwüste, durch die die Fahrräder geschoben oder stückweise getragen werden mussten. Alles hatte seinen Reiz und gehört zu den persönlichen Erlebnissen einer solchen Pilgerreise, so Fleck.

An historischen Orten machten die Flecks Rast, besuchten uralte Klöster und Kirchen und berichteten von Legenden und Wundergeschichten vergangener Jahrhunderte.

Die Zuschauer erfuhren auch viel über die Bräuche und Kultur der Basken, während sie die farbenprächtigen Bilder auf der Großleinwand bestaunten und Eindrücke vom Leben am Rand der ungewöhnlichen Reise gewannen. Prozessionen und Festzüge hatte Fleck in der Karwoche oder zu Fronleichnam mit der Kamera eingefangen und geschickt in den Reisebericht eingebaut.

Ein Muss für jeden Pilger ist der Besuch des "Cruz de Ferro" auf 1050 Meter. Ein eisernes Kreuz auf einen Baumstamm montiert, der auf einem Steinhaufen steht. Dort legen die Pilger nicht nur einen Stein dazu, auch abgelaufene Schuhe, Fahrradschläuche und kleine Gedenktafeln mit persönlichen Anliegen finden ihre symbolische letzte Ruhe.

Einige Kilometer später kommen Santiago und die mächtigen Türme der Jakobskathedrale ins Blickfeld.

"Andächtig stehen wir auf der großen Plaza und bestaunen das mächtige Bauwerk, wo der Apostel Jakobus seine letzte Ruhestätte gefunden hat und jährlich von rund drei Millionen Pilgern und Besuchern verehrt wird. Auch wir waren glücklich und dankbar, nach knapp vier Wochen am Ziel zu sein", bekannte Fleck.

Es war ein eindrucksvoller Vortrag, allen voran machten ihn die vielen kleinen Erlebnisse entlang der Strecke so lebhaft und spannend. Die Besucher bedankten sich mit stürmischem Beifall.


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