Größerer Verbund bleibt Ziel

NEUJAHRESEMPFANG Lahn-Dill-Kliniken planen Gespräche mit potenziellen Partnern

Über 160 Gäste waren der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt. (Foto: Volkmar)

160 Gäste waren am Donnerstagabend ins Wetzlarer Klinikum gekommen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Klinikgesellschaft, Landrat Wolfgang Schuster (SPD), sprach dieses Thema an. Entscheidend seien weiterhin die derzeit hohe Qualität der medizinischen Versorgung aller Patienten und das kooperative Verhältnis zu den niedergelassenen Ärzten. "Wir werden die kreiseigenen Krankenhäuser auch zukünftig in kommunaler Trägerschaft behalten. Trotzdem wird man in Zukunft nicht daran vorbeikommen, sich in einem größeren Verbund zu organisieren, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen", sagte Schuster.

Dabei sei das geplante Gesundheitszentrum Wetterau noch nicht zu realisieren. Aber nach den Kommunalwahlen im März solle das Thema aufgegriffen werden. Erneute Gespräche seien geplant. Dabei schloss der Landrat Kontakte zu weiteren potenziellen Partnern nicht aus.

Vom Kreishauschef gab es auch Lob. Das positive Jahresergebnis 2015 bei 173 Millionen Euro Umsatz sei nicht selbstverständlich, zumal in Deutschland rund 35 Prozent der Kliniken rote Zahlen schreiben würden.

Patientenzahl steigt auf 41.000

Die Zahl der stationären Fälle sei in den vergangenen zehn Jahren von 35 000 auf über 41 000 Patienten gestiegen, darunter eine wachsende Gruppe von Menschen mit komplexen und schweren Krankheitsbildern. Die Zahl der Geburten habe im vergangenen Jahr mit 1066 deutlich über der in den Vorjahren gelegen. Die Geburtenrate sei ebenso gestiegen wie die Zahl der werdenden Mütter, die im Klinikum gebären wollen.

Von 2011 bis 2021 sollen 124 Millionen Euro in Baumaßnahmen und Technik investiert werden, kündigte Schuster an.

Sorge bereitet dem Landrat die ärztliche Versorgung auf dem Land, wo bis 2020 mehr als 40 Hausärzte fehlen werden. "Wir haben zwar mit dem Landarztnetz Lahn-Dill ein Vorzeigeprojekt auf den Weg gebracht und bereits drei Landarztpraxen mit 26 Mitarbeitern übernommen, aber die Entwicklung schreitet nur langsam voran, obwohl der nördliche Lahn-Dill-Kreis, was die Hausärzte betrifft, schon heute unterversorgt ist", so Schuster.

Geschäftsführer Richard Kreutzer betonte, dass heute ausschließlich Kliniken, die genügend Personal haben, die Herausforderungen der Zukunft stemmen könnten. Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal werde weiter zunehmen. "Wir haben unser Personal im Bereich Medizin, Pflege und Technik im vergangenen Jahr um 140 Stellen auf aktuelle 2215 Personen aufgestockt", führte Kreutzer aus.

"Die primäre Aufgabe eines Krankenhauses ist die bestmögliche Versorgung kranker Mensch. Dieser Aufgabe haben sich alle anderen Belange unterzuordnen", betonte der Ärztliche Direktor Erich Lotterer. Das Krankenhaus sei erfolgreich auf Qualität eingestellt. Das bedeute auch, dass eine kooperative Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Abteilungen oberste Priorität haben müsse.

Mit ihrem Programm "Schwester Cordula liebt Arztromane" unterhielten anschließend Saskia Kästner und Jenny Schäuffelen, zwei Kabarettistinnen aus Berlin, das Publikum. (wv)


Die ganze Zeitung auf Smartphone oder Tablet: Testen Sie jetzt gratis unsere E-Paper-App.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus Region Wetzlar