Hirsche fühlen sich in Waldsolms sehr wohl

NATUR Jagdvorsteher Edgar Köster übergibt Lebensraumgutachten für Rotwild

Bei der Übergabe des Statusberichts (v. l.): Jagdvorsteher Edgar Köster und die Jagdpächter Michael Krings, Dirk Heerz, Thomas Haupka, Dr. Bernd Schlemper, Fatima Einhaus und Jens Erbe. (Foto: Homberg)

Das Rotwild ist die größte heimische Wildart. "Seit jeher hat es für unsere Gegend eine ganz besondere Bedeutung", sagte Jagdvorsteher Edgar Köster im Beisein des Waldsolmser Jagdvorstands, als er das Gutachten am Freitagabend an die Jägerschaft, Forstverwaltung und Gemeinde im Sitzungssaal des Rathauses übergab.

Das Gutachten beleuchtet auf 82 Seiten wissenschaftlich die bisherigen Lebensverhältnisse des Rotwilds sowie seinen Lebensraum und enthält auch realisierbare Empfehlungen zur Lebensraumgestaltung und Bejagung für die Zukunft. Verantwortlich für das Gutachten zeichnet der Wildbiologen und führende Rotwildforscher Deutschlands, Olaf Simon. Köster: "Wir hoffen, dass wir aufgrund seiner fundierten umfangreichen Feststellungen und Empfehlungen die gemeinsamen Bemühungen für Wild und Wald erfolgreich fortsetzen können."

"Die Jagdfläche der Jagdgenossenschaft Waldsolms umfasst rund 3500 Hektar, davon etwa 1800 Hektar reiner Gemeindewald. Damit besitzt die Gemeinde rund 60 Prozent der Fläche, daneben sind weitere 1500 Grundeigentümer an der Jagdgenossenschaft beteiligt.

Wegen seiner ausgedehnten Waldflächen gehöre der Raum Waldsolms von alters her zum Kern des Rotwildvorkommens im Taunus, sagte Köster. Die gesamte Jagdfläche sei derzeit in zehn verpachtete "Hochwild-Jagdbezirke" aufgeteilt. Der Rothirsch, "König der Wälder", werde neben der von ihm ausgehenden Bereicherung des Naturhaushaltes wegen des Schadens, den er an der Waldvegetation anrichtet, zu Recht auch kritisch beurteilt, so Köster.

Die Jagdgenossenschaft Waldsolms als Vertreterin der Grundeigentümer (inklusive der Gemeinde) habe sich nach dem Grundsatz "Wald mit Wild" vier Ziele gesetzt: Das Rotwild im heimischen Raum zu erhalten, den Lebensraum für das Wild nach Möglichkeit zu verbessern, Wildschäden und Waldschäden möglichst zu minimieren und die Jagd auf diese bedeutende Wildart auch in Zukunft zu ermöglichen. Das alles könne nur dann gelingen, wenn Jäger, Förster und Grundeigentümer eng zusammenarbeiten und versuchen, ihre unterschiedlichen Interessen möglichst in Einklang zu bringen, sagte Köster.

Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und um den vier Zielen noch näher zu kommen, habe die Jagdgenossenschaft das nun vorliegende Gutachten beim Institut für Tierökologie und Naturbildung in Gonterskirchen, in Auftrag gegeben.

Heine: Gute Grundlage für gute Kooperation"

In einer schriftlichen Stellungnahme stellte der Waldsolmser Bürgermeister Bernd Heine das gute Miteinander zwischen der Gemeinde, die ihr ganz besonderes Verhältnis zum Wald bereits im Namen trage, und den Jagdpächtern heraus. Natürlich gebe es immer mal wieder unterschiedliche Ansichten. Gerade auch aus diesem Grund sei ein unabhängiges Gutachten eine hervorragende Grundlage für eine gute Kooperation.

Die Broschüre "Lebensraumgutachten für das Rotwild im Raum Waldsolms" ist zum Selbstkostenpreis von zehn Euro (inkl. Versand) bei der Geschäftsstelle der Jagdgenossenschaft Waldsolms, Telefon (0 60 85) 98 10 13, zu beziehen. (ho)


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