Kinderpornos: 14 Monate Haft

GERICHT Braunfelser sammelt 6500 Bilder

(Symbolfoto: Archiv).

Das Material hatte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt. Erst 2007 war der unverheiratete Mann wegen des Erwerbs und Besitzes von kinderpornografischen Schriften zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Strafe war zur Bewährung ausgesetzt worden, die Bewährungszeit im Jahr 2010 abgelaufen. Auf seinen zwei Computern waren damals mehr als 13 000 Kinderpornos entdeckt worden.

46-Jähriger räumt Vorwürfe ein

Über Recherchen im Internet war ihm die Polizei erneut auf die Schliche gekommen. Demnach hatte er sich im Spätsommer 2012 und Monate davor über das Internet kinderpornografische Dateien auf seinen PC herunter geladen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Wetzlarer Polizisten belastendes Material, was Gegenstand der Gerichtsverhandlung war.

Laut Staatsanwalt Dominik Mies waren nackte Kinder und Jugendliche in obszöner Weise abgebildet. Vor Gericht ließ der kinderlose Handwerker durch seine Verteidigerin erklären, dass er die Vorwürfe einräume. Fragen zur Sache wollte er nicht beantworten. Es war lediglich bekannt geworden, dass er nach der letzten Verurteilung einen Therapieversuch unternommen hatte.

Kein Spielraum für Bewährung

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Nicola Maral folgte den Ausführungen der Anklagevertretung und sah aufgrund des Rückfalls keinen Spielraum mehr für eine Strafaussetzung zur Bewährung. Den Computer erhält er nicht mehr zurück. Die Justizvertreter machten deutlich, dass auch der bloße Besitz mittelbar den Kindesmissbrauch fördere. Auch mit dem alleinigen Sich-Verschaffen solcher Bilder werde das gesamte verbrecherische System der meist ausländischen Kinderporno-Hersteller unterstützt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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