Klinik investiert in Geburtshilfe

KLINIKUM Moderne Mutter-Kind-Station am Krankenhaus Wetzlar erstrahlt im neuen Glanz

Neuer Arbeitsplatz am zentralen Pflegestützpunkt: Die Krankenschwestern (v. l.) Claudia Wießner, Carolin Krutwig und Bärbel Pahl mit Klinik-Geschäftsführer Richard Kreutzer (Mitte) und Landrat Wolfgang Schuster (rechts) sowie weiteren Gästen der Feierstunde. (Foto: Volkmar)

Die Südseite im zehnten Obergeschoss bietet Müttern und ihren Neugeborenen sowie Patientinnen der Gynäkologie 16 modern ausgestattete Zimmer mit insgesamt 34 Betten. In nur acht Monaten sei es den Verantwortlichen gelungen, bei laufendem Klinikbetrieb eine Vorzeigestation zu schaffen, lobte Klinik-Geschäftsführer Richard Kreutzer. Hessenweit gehöre sie zu den modernsten Einrichtungen ihrer Art. Die Lahn-Dill-Kliniken verzeichnen in Wetzlar etwa 550 Geburten im Jahr, wie Kreutzer sagte.

"Der Wettbewerb in der Krankenhauslandschaft wird immer härter, deshalb sind Innovationen und Investitionen wichtige Bausteine für den Erfolg der Lahn-Dill-Kliniken", sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Wolfgang Schuster.

Er erinnerte daran, dass in Weilburg und Diez die Entbindungsstationen geschlossen haben. "Das Gesundheitswesen wird sich in den nächsten Jahren spürbar verändern", sagte Schuster. Schon heute fehlten die Fachkräfte für den Pflegebereich, von den derzeit 171 Hausärzten würden in zehn Jahren die meisten im Ruhestand sein, ohne Aussicht auf Nachfolger. Auch hier müssten die Lahn-Dill-Kliniken einspringen, um den ländlichen Raum zu versorgen.

In Zukunft würden nur die qualitativ leistungsstärksten Krankenhäuser überleben, sagte der Landrat. Es stelle sich die Frage, ob die Lahn-Dill-Kliniken das aus eigener Kraft schaffen oder der geplante Klinikverbund mit dem Wetteraukreis der bessere Weg sei. "Eine Gesundheitsholding um jeden Preis wird es nicht geben", sagte Schuster.

"Ein tolles Geschenk, auf das ich 15 Jahre gewartet habe", freute sich Gynäkologie-Chefarzt Ulrich Winkler über die neue Station. Standard im Mutter-Kind-Bereich sind sogenannte Rooming-In-Zimmer, die es den Müttern ermöglichen, ihr Neugeborenes Tag und Nacht in ihrer Nähe zu haben. Ein farbig illuminierter Stillraum und ein gynäkologisches Untersuchungszimmer ergänzt das Ganze.

Ein Armband mit Chip gibt Alarm, wenn das Baby ohne seine Mutter die Station verlassen sollte

Als eine von wenigen Kliniken in Hessen verfügt die Station über einen "Babyalarm" als zusätzliches Sicherheitssystem, das Mutter und Kind durch Sicherheitsarmbänder mit einem Chip verbindet. Verlässt das Kind die Station ohne seine Mutter, erfolgt ein Alarm.

Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste Gelegenheit, das derzeitige Vorzeigeobjekt des Wetzlarer Klinikums zu besichtigen.

Mit der Modernisierung wurde auch ein neuer, zentral gelegener Pflegestützpunkt geschaffen. "Wir fühlen uns in unserem modernen Bereich sehr wohl", sagte Krankenschwester Claudia Wießner.

Die Modernisierung im Bettenhaus geht weiter. "Wir arbeiten uns langsam nach unten. Mitte Juni gehen die Arbeiten im siebten Geschoss weiter", sagte Geschäftsführer Kreutzer, der die Kosten der Gesamtsanierung im Südbereich mit über 13 Millionen Euro bezifferte. Davon stammen fünf Millionen Euro aus Fördermittel des Landes. Den Rest der Summe zahlen die Lahn-Dill-Kliniken.

Schuster nimmt Stellung zu Klinikverbund

In seiner Rede ging Landrat Wolfgang Schuster auch auf die aktuellen Gespräche über einen Klinikverbund mit dem Gesundheitszentrum Wetterau ein. Die Aufsichtsgremien der Lahn-Dill-Kliniken seien sich darin einig, dass eine gute, wohnortnahe medizinische Versorgung an erster Stelle stehen müsse, dazu zähle auch eine gesicherte Finanzierung. Mit den Wetterauer Politikern solle es zum geplanten Verbund weitere Gespräche geben. Zu der propagierten Aus-weitung des Verbundes mit den Hochtaunus-Kliniken stellte Schuster aber klar: Hierzu gibt es weder Gespräche noch intensive Verhandlungen.


Die ganze Zeitung auf Smartphone oder Tablet: Testen Sie jetzt gratis unsere E-Paper-App.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus Region Wetzlar