
Eine spektakuläre Konstruktion der Frankfurter Architekten Gruber & Kleine-Kraneburg, die in ihrer Architektur die Marke Leica widerspiegelt. In dem modernen Gebäude, mit den verschachtelten Rundbauten auf der Westseite, wird im Januar 2014 die neue Firmenzentrale der Leica Camera AG ihre Pforten öffnen. Dann kann die Leica nach 25 Jahren wieder zu ihren Wetzlarer Wurzeln zurückkehren, wo Oskar Barnack vor 100 Jahren die Ur-Leica konstruierte. Eine Erfindung, die nicht nur die Fotografie revolutionierte, sie legte auch den Grundstein für ein Produkt mit einer weltweiten Erfolgsgeschichte.
Für Wolfgang Kisselbach, Geschäftsführer der Leitz-Park GmbH, sind die Fertigstellung des Leitz-Parks und das Leicajubiläum im Frühjahr 2014 zwei historische Ereignisse, die es zu würdigen gilt. Aber noch steht für den Geschäftsführer die termingerechte Fertigstellung des über 55 Millionen Euro teuren Bauwerkes im Vordergrund. "Hoffentlich bekommen wir einen milden Winter, dann haben wir bis März 2013 das Gebäude dicht, und können mit dem Innenausbau beginnen", erklärt Oberbauleiter Günter Pracht und zeigt auf den übersichtlichen Terminplan, der zusammen mit zahlreichen Bauzeichnungen die Wände der Leitstelle ausfüllt. "Die ersten Pläne für den Leitz-Park gab es bereits 2007. Aber im Sommer 2010 stieg Leica in die konkrete Planung ein, dabei war Aufsichtsratschef und Investor Dr. Andreas Kaufmann, die treibende Kraft und ein Gestalter mit Visionen", erzählt Geschäftsführer Kisselbach.
Das hochmoderne Gebäude mit einer Länge von 160 Metern und einer Breite von rund 60 Metern verfügt auf drei Geschossen über rund 30 000 Quadratmeter Nutzfläche und damit Platz für rund 650 Mitarbeiter. Neben der Fertigung, Entwicklung und Verwaltung werden in den Rundgebäuden ein Leica-Shop, das historische Fotomuseum und eine Leica-Galerie ihren Platz haben. Ein Fotostudio und ein Restaurant ergänzen das Angebot für Kunden und Leica-Freunde.
"Wir haben bereits Mitte Mai mit den Bauarbeiten begonnen, aber in der Erde. Bis wir in sieben Meter Tiefe auf baufähigen Grund kamen, waren bereits 12 000 Kubikmeter Aushub bewegt", erläuterte Bauleiter Pracht. Auch das Ausbetonieren der Bodenplatte und der beiden Kellergeschosse war sehr zeitraubend, zumal starke Regenfälle die Arbeiten behinderten. Derzeit werden die letzten der 80 freistehenden Betonsäulen gefertigt, zwischen denen dann die Betonwände und großflächigen Fenster montiert werden. "Wenn das mit einer 24 Zentimeter starken Dämmung unterlegte Flachdach fertig ist, sind an dem Bau rund 13000 Kubikmeter Fertigbeton verarbeitet, so die Schätzungen der Bauleute.
Zwar gibt es derzeit keine Probleme, aber bei der Errichtung eines so komplexen Bauwerkes seien Verzögerungen nie auszuschließen, so Kisselbach, der die Besonderheiten an dem nach neuesten energetischen Standards geplanten Gebäude erläuterte. "Thermische Bauteilaktivierung" ist dabei die Bezeichnung für ein modernes System der Klimatechnik, das in dem neuen Firmensitz für eine gleichmäßige Temperatur sorgen soll.
n 80 Rohrleitungen werden die Erdwärme aus 120 Meter Tiefe in das System leiten
Dafür werden in den Decken und Wänden Kühlschlangen verlegt, durch die Wasser als Heiz- oder Kühlmedium fließt. 80 Rohrleitungen werden die Erdwärme aus 120 Meter Tiefe in das System leiten. "Die Probebohrungen hierzu sind erfolgreich verlaufen und versprechen gute wärmespezifische Werte", so der Geschäftsführer. Zwei kleine Blockheizwerke werden die Stromversorgung übernehmen und bei Bedarf Wärme spenden.
Auch für die Stadt werde durch den Leitz-Park, in dem bereits die aus der Leica Camera hervorgegangenen Firmen Weller Feinwerktechnik und Viaoptik angesiedelt sind, ein enormer Schub ausgehen. Denn die drei Betriebe verbindet ein 15000 Quadratmeter großer Platz. Der öffentliche Campus mit Grünanlagen und einem Cafe, soll zum Treffpunkt für Mitarbeiter, Kunden und Bürger werden.








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