THW-Gelände wird Flüchtlingsheim

SPILBURG Anweisung von Minister Grüttner/ Platz für 500 Menschen in der Fahrzeughalle

Landtagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer. (Foto: Ewert)

Sozialminister Stefan Grüttner.

(Foto: dpa)

Menschenleer war am Freitagnachmittag das THW-Gelände im Gewerbepark Spilburg. Das soll sich in Kürze ändern: Die Fahrzeughalle soll geräumt werden, damit bis zu 500 Flüchtlinge ein festes Dach über dem Kopf bekommen. (Foto: Lugauer)

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In der Fahrzeughalle an der Sportparkstraße erhalten die Flüchtlinge mit Blick auf die nahende kalte Jahreszeit ein festes Dach über den Kopf.

"Es ist uns in Hessen ein wichtiges Anliegen, den Menschen, die hier Schutz vor Krieg und Elend suchen, zu helfen", erklärte der Integrationsminister in Wiesbaden.

Land will Vorkehrungen für die weitere Einsatzfähigkeit des THW sicherstellen

Hessen nehme weiterhin zusätzlich zu den regulären Zugängen Asylsuchende aus München auf, die über Ungarn einreisen. Grüttner dankte dem THW im Namen der Landesregierung. Er sagte zu, Vorkehrungen zu treffen, damit die Einsatzfähigkeit des Technischen Hilfswerks weiterhin sichergestellt ist. Die eigentliche THW-Unterkunft in der Sportparkstraße könne von den ehrenamtlichen Hilfskräften parallel weiter genutzt werden.

Der Minister dankte auch Landrat Wolfgang Schuster (SPD) und Bürgermeister Manfred Wagner (SPD): "Ihnen allen und Ihrer Flexibilität ist es zu verdanken, dass wir weiterhin die Menschen, die aus dem Krieg zu uns kommen, in einem ersten Schritt in Wetzlar unterbringen können."

Bürgermeister Wagner forderte vom Land, von Anfang in den umgebauten Hallen für ordentliche sanitäre Anlagen und ausreichend viele Waschmaschinen zu sorgen. Auch die medizinische Versorgung und die Einbindung ehrenamtlicher Helfer müsse von Anfang gewährleistet sein. Zudem sei es wichtig, so Wagner, in einer öffentlichen Bürgerveranstaltung über die Veränderungen zu informieren.

Auf Anfrage dieser Zeitung bezeichnete es CDU-Landtagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer als falsch, das THW-Gelände als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu wollen. Die Entscheidung sei zudem ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen beim THW.

Er forderte generell eine Neuordnung der Zuwanderungspolitik und nannte in diesem Zusammenhang die Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland zu lassen, einen Fehler.

Minister Grüttner teilte mit, dass Hessen von Januar bis August 30 382 Zugänge zu verzeichnen hatte. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen sei mit rund 5500 Menschen belegt.

In den restlichen Standorten sind weitere 8000 Menschen untergebracht. Grüttner: "Wir müssen Gießen entlasten."

So will das Land auf dem Gelände der Zeltstadt in Marburg in den kommenden vier bis sechs Wochen mit dem Bau von sechs zweigeschossigen und beheizbaren Holzhäusern beginnen.


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