Angekündet waren auf Plakaten, Veranstaltungskalender und Pressemitteilungen unterschiedliche Programme. Alfons löste dieses für Deutsche so untypische Chaos damit, dass er kurzerhand die für Februar geplante Premiere seines brandneuen Programms "Wiedersehen macht Freunde" ins Heimhof-Theater verlegte. Dem Publikum war es recht, bekam es doch tiefe Einblicke in das Seelenleben des Franzosen, das von Freundschaft, Lebensfreude und tiefer Mitmenschlichkeit geprägt war.
20 Jahre sind vergangen, seit Alfons seine Freunde Jerome und Jean-Francois zum letzten Mal gesehen hat. Nun hat er sich mit ihnen verabredet, um zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. Bevor es jedoch soweit kommt, lässt der womöglich beliebteste in Deutschland lebende und arbeitende Franzose seine Kindheit in Paris Revue passieren. Frei von Klamauk und Effekthascherei zeichnete er das Bild von einer Zeit, als man noch den direkten Kontakt zu seinen Freunden pflegte, weil die Technik noch keine andere Möglichkeit bot. "Heute ist alles flacher, wie die Fernseher und das gesendete Programm."
Plato oder Pluto?
Alfons berichtete vom Spielen auf der Straße, von Jahrmarktbesuchen mit seinen Eltern. "Ich bin ein Stadtkind", erklärte er. "In den Wald fuhren wir nur, wenn wie einen Kühlschrank entsorgen mussten." Mit seinen Freunden traf er sich zum Musikhören und zum Fußballspielen und ihrer Begegnung mit einem bärtigen Kauz, der sie mit philosophischen Erkenntnissen verblüffte: "Wenn ihr keine Spaß mehr habt, habt Spaß, dann macht es wieder Spaß."
Spaß hatten die Zuhörer bei Alfons Kindheitserinnerungen und bei seinen Videoeinspielungen. Auf Hunde-Schauen, Auto-Messen und Viehmärkten stellt der Franzose den Deutschen kuriose Fragen zur Emanzipation, Erziehung oder zum Verkehr und bekommt oft ernst gemeinte Antworten, die Einblicke in deutsche Seele gewähren. So empfiehlt ein Befragter aus abgesaugtem Körperfett Bio-Diesel zu machen, ein Vater sieht im Kindergeld ein Schmerzensgeld und ein Rettungssanitäter wünscht sich auf Straßen innerorts ein Tempolimit von 120. Zu guter Letzt berichtete Alfons von dem Wiedersehen mit seinen Freunden. "Ich war pünktlich. Ich bin mittlerweile eingedeutscht." Jerome ist Bürgermeister, während Jean-Francois als Philosophieprofessor mittlerweile Plato und dem Disney-Hund Pluto auseinanderhalten kann.






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