Im Dillenburger Stahlwerk, größter Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler der Stadt, sei die Erleichterung spürbar gewesen, berichtete ein Betriebsratsmitglied. Betriebsrat und Belegschaft hatten massiven Stellenabbau und Standort-Schließungen befürchtet.
Jetzt steht fest: Bis Ende 2015 sollen alle Standorte erhalten bleiben, ebenso lang sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die sogenannte Flüssigphase in Bochum, wo flüssiger Edelstahl verarbeitet wird, bleibt erhalten.
Im Werk Krefeld wird die Produktion Ende 2013 auslaufen. Auf längere Sicht fielen dort 500 Stellen weg, sagte Ralf Heppenstiel (Foto), Betriebsratsvorsitzender des Dillenburger Werks und Europa-Betriebsratschef von ThyssenKrupp. Trotzdem seien 20 Millionen Euro Investitionen in Krefeld vorgesehen, wo unter anderem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kaltwalzprodukte entstehen soll.
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Das Werk in Dillenburg, wo Edelstahl zur Weiterverarbeitung kalt gewalzt wird, profitiere unter anderem von Auftragsverlagerungen aus Skandinavien nach Deutschland, kündigte Heppenstiel an. Es sei geplant, dass Outokumpu 70 000 bis 90 000 Tonnen Edelstahl jährlich, die bisher in Schweden und Finnland gewalzt wurden, in Deutschland verarbeite. In den Werken in Skandinavien würden dafür Schichten reduziert.
Zufrieden mit Entscheidung für Hessen, enttäuscht über Aus in Krefeld
Der Inoxum-Betriebsrat zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. Nach mehreren Stunden hatten sich die Verhandlungsteilnehmer am frühen Morgen in Essen geeinigt.
Für den Standort Dillenburg sei das Wichtigste, dass die Beschäftigung gesichert sei, sagte Heppenstiel. Von der Entscheidung für das Krefelder Werk sei er dagegen "tief enttäuscht". Priorität habe die Sicherung der Flüssigphase in Bochum gehabt, von der auch der Erhalt der weiterverarbeitenden Standorte abhänge.
Der Verkauf der Holding Inoxum an Outokumpu durch den ThyssenKrupp-Aufsichtsrat galt nach der Einigung mit den Arbeitnehmern als reine Formsache. Weil die Sparte seit Jahren rote Zahlen schrieb, hatte der Konzern sie 2011 ausgelagert. Zu der ehemaligen Tochterfirma Nirosta gehören neben den Werken Dillenburg und Krefeld die Standorte Bochum und Düsseldorf. Deutschlandweit hat die Firma rund 6000 Mitarbeiter.
Mit dem Verkauf verabschiedet sich der Konzern ThyssenKrupp nach etwa 100 Jahren vom Edelstahlgeschäft. Der finnische Käufer Outokumpu bezifferte den vereinbarten Preis für die Übernahme von Inoxum auf rund 2,7 Milliarden Euro. ThyssenKrupp wird 30 Prozent Anteil halten.







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