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10.02.2012, 21:17 Uhr
Von Uli Geis

Dillenburg/Wetzlar/Biedenkopf

Ein Jahr, wie es sein sollte


IHK glaubt, dass die Beschäftigung weiter steigt


Dillenburg/Wetzlar/Biedenkopf (uhk). Ein Jahr "wie es sein sollte", so IHK-Präsident Uwe Hainbach, liegt hinter den Unternehmen der Kammer Lahn-Dill. Dass es in den nächsten zwölf Monaten nicht bei Wachstumsraten von rund drei Prozent bleiben kann, ist dem Unternehmer aus Breidenbach aber ebenso bewusst wie Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann. Beide stellten am Freitag die jüngste Konjunkturumfrage vor.






Das Geschäft brummt. Vor allem die Automobilzulieferer  haben alle Hände voll zu tun. Die Stimmung ist gut. (Foto: Archiv)zoomDas Geschäft brummt. Vor allem die Automobilzulief... | mittelhessen.de
Nachdem im letzten Jahr die Folgen der Rezession 2009 mehr als ausgeglichen werden konnten, rechnen sie damit, dass sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf einem geringeren Niveau stabilisieren wird. Die Ursachen sehen Hainbach und Tielmann in den Sparanstrengungen der Regierungen in den Ländern mit hohem Haushaltsdefizit.

Dass von dieser Entwicklung auch der Kammerbezirk Lahn-Dill, dessen Unternehmen ihre Produkte nicht nur ins europäische Ausland, sondern auch stark nach Übersee und Asien liefern, betroffen wird, sei zu erwarten.
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Im vergangenen Jahr hätten die Firmen Waren im Wert von 3,12 Milliarden Euro exportiert. "Das ist Rekord."Angesichts eines erwarteten Wachstums von rund einem Prozent sei am Arbeitsmarkt jedoch kein Einbruch zu erwarten. "Die Zahl der Beschäftigten wird sogar nochmals leicht zunehmen", prognostiziert Hainbach.

Diese Einschätzungen teilten die heimischen IHK-Unternehmen. 700 der 20 000 Betriebe hat die Kammer in den sechs Wochen rund um den Jahreswechsel befragt.

Heimische Industrie exportiert Waren im Wert von 3,12 Milliarden Euro

Ergebnis: Der Klima-Index, so IHK-Volkswirt Wolfgang Moser, sei zwar leicht zurückgegangen, befinde sich aber weiter auf einem relativ hohen Niveau.

Allerdings, so Moser weiter: "Die Firmen an Lahn und Dill sind ein Stück weit verunsichert." Dies zeigt sich in einem "Schereneffekt", dem Auseinanderdriften von aktueller Geschäftslage und Erwartungen für das laufende Jahr.

Die gegenwärtige Lage werde von den Unternehmen im Kammerbezirk sehr positiv eingeschätzt. Neun von zehn Betrieben beurteilen ihre gegenwärtige Lage somit als gut oder befriedigend.

Am deutlichsten werde dies bei den heimischen Automobilzulieferern, die zu 100 Prozent mit der Geschäftslage zufrieden seien. Der Wert sei so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Im Baugewerbe sei die Konjunktur weiterhin stabil. Jeweils die Hälfte der Firmen beurteilten ihre gegenwärtige Lage positiv oder befriedigend.

Leicht verbessert habe sich die Lage im Dienstleistungsgewerbe.

Weiterhin Schlusslicht sei das Verkehrsgewerbe. Jedes vierte Unternehmen empfinde die aktuelle Situation als schlecht. Im Vergleich zu früheren Umfragen habe sich der Wert aber verbessert.

Im Großhandel berichten derzeit 42 Prozent der Unternehmen von einer guten, 58 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Kein Betrieb empfinde die gegenwärtige Lage als schlecht.

Für die kommenden knapp elf Monate seien die Erwartungen der Unternehmen weniger optimistisch als im Vorjahr, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Während in der Industrie die Stimmung etwas zurückgegangen sei, lägen im Baugewerbe die Erwartungen für 2012 weitgehend auf dem Vorjahresniveau. Das Dienstleistungsgewerbe sei gespalten. Die Erwartungen des Einzelhandels hätten sich geringfügig verbessert.

Viele Unternehmen sorgen sich um Energie- und Rohstoffkosten

Zwar werde das Tempo des Wachstums weltweit im kommenden Jahr etwas nachlassen. Wegen der nach wie vor insgesamt günstigen Entwicklung in den Schwellenländern und den USA gehen Uwe Hainbach und Andreas Tielmann davon aus, dass auch die heimische Exportwirtschaft sich weiter positiv entwickelt.

Gestiegen sei der Anteil der Unternehmen, die davon ausgehen, dass sie ihre Belegschaften binnen dieses Jahres erweitern.

Risiken sehen die von der IHK Lahn-Dill befragten Unternehmensvertreter vor allem beim Thema Energie und Rohstoffe. An zweiter Stelle stehe die Schuldenkrise gefolgt von der Sorge um Fachkräfte. Am Ende dieser Skala rangieren die Arbeitskosten.

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Dokument erstellt am 10.02.2012 um 21:20:15 Uhr
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