Den Grundstein für eine gute Ausgangsposition heute haben die Musher bereits gestern gelegt. Bis zum Nachmittag herrschte rund um Liebenscheid Rennbetrieb. Allerdings nicht auf Kufen, sondern auf Rädern. Weil zu wenig Schnee liegt, ist das Liebenscheider Schlittenhunderennen diesmal ein Wettstreit mit Trainingswagen. Für einige Musher aus dem benachbarten Ausland ist der Mangel an Schnee ein Grund gewesen, nicht nach Rheinland-Pfalz zu kommen und sich international mit Kollegen zu messen. "In den Niederlanden und in Belgien gibt es Wagenrennen, auch an diesem Wochenende", berichtet Gerd Hast vom Veranstalterteam der Feuerwehr. "Hätten wir nun genügend Schnee, so dass hier mit Schlitten gefahren werden könnte, wären mehr als doppelt so viele Teilnehmer dabei."
30 Starter gehen an diesem Wochenende auf die Runde rund um Liebenscheid. Die fast 100 Hunde und ihre Musher nutzten die Gelegenheit, sich eindrucksvoll dem Publikum an der Strecke zu zeigen. Die Zuschauer feuerten die Teams an, die Stimmung bei herrlichem Winterwetter war bestens.
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Minus 14 Grad am Morgen. Nur viel zu wenig Schnee auf den Feldern um Liebenscheid
Minus 14 Grad habe das Thermometer am Morgen angezeigt, als er mit der Arbeit am Feuerwehrgerätehaus begonnen habe, erzählt Gerd Hast. "Da ging gerade die Sonne auf. Doch jetzt ist es ja fast schon warm", frotzelt er. Die Sonne hatte in der Mittagszeit Kraft, auf dem Zuweg zum Start des Rennens schmolzen Schnee und Eis. Der Boden ist jedoch tief gefroren.
Den Huskies und Malamutes, die an diesem Wochenende dabei sind, machte das gar nichts aus. Aufgeregt warteten sie unter dem Start-Banner auf das Kommando, endlich loswetzen zu dürfen. Manche mussten mit starker Hand festgehalten werden, so ungeduldig waren sie. Ertönte dann das "Go!" von Rennleiter Michael Andresen, waren sie nicht mehr zu halten. Bis zu 30 Kilometer pro Stunde schnell waren die Gespanne unterwegs auf den sechs und den neun Kilometer langen Strecken. Vor allem die großen Gespanne waren zügig.
Besonders die große Klassen ab sechs Hunden vor einem Wagen sorgen für Aufsehen. Besonders spektakulär: Das Gespann von Mario Sargauske aus dem Odenwald. Er ging mit elf seiner lauffreudigen Huskies auf die Runde.
Das Schlittenhunderennen in Liebenscheid ist das drittälteste in Europa. 1981 lud die Feuerwehr des Westerwaldorts erstmals zu dem winterlichen Spektakel ein. "Damals lag am ersten Tag so viel Schnee, dass wir die Bundeswehr zum Schneeräumen holen mussten", erinnert sich Hast. Er ist einer der Mitbegründer des Liebenscheider Schlittenhunderennens.
Wie es überhaupt dazu kam, dass der kleine Westerwaldort zu einer beliebten Station der Musher wurde? "Eine Dame aus Dormagen, die hier Urlaub gemacht hat, suchte ein Geschirr für ihren Hund. Sie sagte, dass die Gegend ideal für ein Schlittenhunderennen sei", erzählt Hast. Die Dame gehörte dem Dachverband des Schlittenhundesports an. Seither gibt es (fast) jedes Jahr in Liebenscheid ein Rennen. Nur zweimal musste es ausfallen.
Heute geht es in Liebenscheid ab 10.30 Uhr erneut rund. Der letzte Start des Rennens erfolgt gegen 14.30 Uhr. In der Mittagspause gegen 12 Uhr stellt sich die Rettungshundestaffel am Rothaarsteig mit einem Schauprogramm vor. Der Eintritt kostet drei Euro, für Kinder bis 15 Jahre zwei Euro.
Besucher sind gebeten, die eigenen Hunde zuhause zu lassen.







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