Für den Chef der Behörde hatten sich die Gastgeber vom Lahn-Dill-Bergland die höchste Erhebung in den Haubergen ausgesucht, "Zum Eibertshain". Dort stellte Rolf Reeh die Haubergswirtschaft und ihre weit zurück reichende Geschichte vor.
Er sprach von Eichen und Buchen, die alle 20 Jahre "auf den Stock gesetzt" werden, von der schweren körperlichen Arbeit in den Haubergen und von der engen Verbindung dieser Form der Niederwaldbewirtschaftung mit der Entwicklung der Eisenindustrie. Anfang der 1990 er Jahre gab es dazu sogar ein Forschungsprojekt der Universität Münster, weiß Reeh.
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Auch die Wichtigkeit der Gerbereien zeigte Reeh auf: "1790 gab es allein in Haiger zwölf Gerbereien, die im Jahr 13 000 Tierhäute verarbeiteten und dafür 450 Tonnen Lohe, also Eichenrinde benötigten." Und diese bekamen sie aus den Haubergen im oberen Dietzhölz- und Dilltal sowie dem benachbarten Siegerland, erfuhr der Regierungspräsident ein wichtiges Stück Heimatgeschichte.
Noch heute werden die Hauberge bewirtschaftet. "Viele Menschen haben erkannt, dass Haubergsholz ein wichtiger Energielieferant ist", sagte Reeh.
Zu der einzigartigen Kulturlandschaft gehören auch die vom Aussterben bedrohten Haselhühner. Nur noch sehr wenige lebten versteckt und sehr scheu in den Wäldern. "Es ist ein Kleinod unserer Hauberge", erläuterte Harro Schäfer, der selbst schon ein paar Exemplare des sehr seltenen Haselhuhns gesehen hat. Immer wieder finde man Trittsiegel und andere Spuren, doch nur sehr wenige Menschen hätten eines der Tiere live gesehen. Wie das "Phantom der Hauberge" aussieht, zeigte Schäfer dem Gast aus Gießen - zwei (ausgestopfte) Exemplare hatte er sich im Heimatmuseum in Haiger ausgeliehen.
Harro Schäfer gab dem RP mit auf den Weg, dass von behördlicher Seite dringend Hilfe für den Schutz des Haselhuhns erforderlich sei: "Sonst gibt es dieses Tier in zehn Jahren nicht mehr." Beispielsweise gehe die Population dort stark zurück, wo das Schwarzwild überhand nehmen. Auch müssten Fuchs, Mader und Dachs mehr bejagt werden, sagte Schäfer, der selbst seit 49 Jahren Jäger ist.
Unterstützung bekam er von Gert Rode, Leiter des Herborner Forstamts. Er wies den RP darauf hin, dass "die Fütterei zu vielen Aufwendungen für den Schutz vor Wildverbiss" führe. Es sei unsinnig, beispielsweise Schwarzwild, dessen Population nicht gefährdet sei, immer weiter zu füttern. Witteck nahm die Anregungen auf und versprach Unterstützung.
In Bicken angeschaut, was aus Holz alles werden kann
Wenig später ging seine Tour, zu der er vom Lahn-Dill-Bergland eingeladen war, weiter nach Mittenaar. Dort besichtigte er auf dem Gelände der Firma Valentin in Bicken Bio-Energie-Zentrum, informierte sich über Restholzverwertung, das Biobrennstoffwerk und Bioenergieprodukte.
Letzte Station war dann Eisemroth. Im Naturerlebnisbad berichtete man ihm über die Entstehung der Einrichtung und über das große ehrenamtliche Engagement für das Bad. Wie es bei 30 Grad Außentemperatur, die das Thermometer gestern Nachmittag anzeigten, im kühlen Nass von Eisemroth ist, probierte Witteck dann auch gleich aus. Die Badeshorts hatte der RP im Kofferraum seines Dienstwagens.






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