Erst seit wenigen Tagen ist das Spiel vom Hersteller "HABA" auf dem Markt und die gebürtige Weifenbacherin (Kreis Marburg-Biedenkopf) Susanne Gawlik mega stolz darauf. Doch nicht nur sie freut sich, dass ihr Traum in Erfüllung gegangen ist, auch ihre beiden Jungs Jan Luca (8) und Nils Robin (4) finden es klasse, dass Mama so erfinderisch ist.
Schließlich haben sie, die ganze Familie mit Papa Pierre, Omas und Opas und jede Menge kleine Kindergartenkinder im Hinterland und in Hirzenhain mitgeholfen, dass "Hoppe Reiter" nun in einem kleinen gelben Kasten verpackt in den Spielzeugläden steht. Drei Jahre hat das übrigens gedauert, von der ersten Idee bis zum fertigen Spiel.
Immer wieder musste Susanne Gawlik, eigentlich gelernte Zahntechnikern, an ihrem Prototypen basteln, ihre Idee verändern, aber schließlich entsprach es den Vorstellungen von "Haba" - und ließ sich in großer Stückzahl so produzieren, dass es nun für 14,95 Euro auf dem internationalen Markt verkauft wird. "Die Pferdchen sahen eigentlich so ähnlich aus wie Schachfiguren, die Hindernisse waren keine Holzklötze, sondern richtige Zäune, die Puzzleteile, die man jetzt auf dem Weg zum Stall einsammeln muss, waren noch kleine Eimer und andere Dinge - so richtig zum Anfassen", sagt Jan Luca, den in der Schule aber alle nur Luca nennen.
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Die Bastlerin tüftelt im Erdgeschoss ihres Hauses an neuen Ideen
Und deshalb findet er auch Mama Susannes ursprüngliche Version viel schöner und freut sich schon, wenn "Haba" den Prototypen wieder zurückschickt. Für ihn und seinen kleinen Bruder Nils hat Susanne Gawlik das Spiel erfunden und es ihnen auch in der beigelegten Spielanleitung gewidmet. "Als ich den Entwurf für den Text als E-Mail bekommen habe, hab ich heulend vor dem Rechner gesessen", erinnert sie sich. Ihre Spiel- und Bastelleidenschaft hat die 40-Jährige übrigens auch auf die Idee gebracht, Spiele zu entwickeln. Denn "Hoppe Reiter" ist nicht die erste Erfindung aus Susanne Gawliks bestens ausgestattetem Bastelzimmer im Erdgeschoss ihres Hauses in Hirzenhain. "Glückskäfer" hat sie mit viel Liebe zum Detail gebastelt mit magnetischen Käferchen auf bunten Holzplatten, die um die Wette fliegen. Zuerst hat sie ihre Erfindung bei "Lies + Spiel" angeboten, die ein passendes Buch dazu im Programm hatten. "Aber dann kam die Pleite von Lies + Spiel und meine Idee landete in der Schublade", erinnert sich Susanne Gawlik.
Mittlerweile hat sie die "Glückskäfer" auch anderen Firmen angeboten, die das Spiel zwar alle toll finden, es aber bisher als zu teuer in der Herstellung abgelehnt haben. Doch mit "Summ, summ" war das ganz anders. Denn die dritte Idee der Hirzenhainerin, die zum Geldverdienen wieder bei einem Direktvertrieb mitarbeitet und Tee und Süßigkeiten nach dem "Tupperware-Prinzip" bei Verkaufspräsentationen im heimischen Wohnzimmer anbietet, kommt schon in wenigen Tagen auch in die Läden. Und sie ist ebenfalls für Kinder ab drei Jahren geeignet.
Diesmal allerdings hat nicht "Haba" angebissen, sondern die Firma "Beleduc", die zunächst 2000 Exemplare hergestellt hat, dafür aber viel schneller mit dem Spiel auf den Markt kommt, als es "Haba" mit "Hoppe Reiter" getan hat. Bei Haba ein Spiel zu veröffentlichen, das war einfach ihr Traum, da machte sie dann auch Abstriche. Schließlich hatte sie nie vor, damit viel Geld zu verdienen. "Das will ich auch immer noch nicht", sagt sie. Für zwei Jahre hat sie Haba die Lizenz zum Verkauf von "Hoppe Reiter" erteilt, danach verhandelt sie bei Bedarf neu. Von jedem verkauften Spiel bekommt sie was ab. "Da ich aber nicht weiß, wie viele Spiele hergestellt und verkauft werden, freue ich mich einfach, wenn in sechs Monaten der erste Scheck kommt - egal, welche Summe dann da drauf steht", sagt sie. "Ohne meine fleißigen Testspieler wäre "Hoppe Reiter" schließlich nicht auf dem Markt", ist Susanne Gawlik sicher. Wenn auch "Summ, summ", das auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt wurde, zum Verkauf steht, verschwindet Susanne Gawlik wahrscheinlich wieder nächtelang in ihrem Bastelzimmer. Schließlich sprüht die 40-Jährige vor Ideen, die vielleicht in weiteren Spielen verarbeitet werden können. In den Regalen der Familie Gawlik stapeln sich zwar die Gesellschaftsspiele, aber für eigene Erfindungen ist noch jede Menge Platz.






















