Der Staat späht mit einer Software die Computer von Bürgern aus, schnüffelt in der Privatsphäre, obwohl das gegen die Verfassung des Staates verstößt. Das ist ein Skandal. Die Firma Digitask in Haiger hat höchstwahrscheinlich diese Spionage-Software hergestellt und an den Staat verkauft. Das ist kein Skandal. Das ist legal, das ist Wirtschaft. Es ist auch nicht verwerflich. Denn Spionage-Software kann - zum Beispiel im Kampf gegen Terroristen- den Staat schützen.
Also: Die Software ist nicht per se schlecht - erst wenn mit der Nutzung Grenzen überschritten werden. Diese Grenzen hatte das Bundesverfassungsgericht der Online-Durchsuchung gesetzt.
Digitask-Anwalt Winfried Seibert räumte gegenüber dieser Zeitung ein, dass das Unternehmen gar nicht wissen will, was mit der Software gemacht wird. Das heißt im Umkehrschluss: Man rechnet schon damit, dass sie nicht nur für legale Zwecke genutzt wird. Kurzum: Bei Digitask arbeiten keine Moralapostel. Na und?! Die Firma Leica in Wetzlar gerät schließlich auch nicht in Verruf, weil sie kleine Spionagekameras hergestellt hat. Ebensowenig ein Waffenhersteller. Mit dessen Pistolen können Polizisten den Staat schützen. Mit Pistolen kann aber auch gemordet werden. Dafür ist aber keinesfalls der Hersteller verantwortlich.






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