In Dillenburg ist er groß geworden. In Eschenburg hat er Fußball gespielt. Er hat studiert und ist danach wieder an die Dill gekommen, um hier eine Familie zu gründen und zu arbeiten.
Als er 1997 in Dillenburg ein Haus gebaut hat, haben sich Leute aus der Nachbarschaft bei der Stadt beschwert. Wie es denn sein könne, dass der Türke ein Grundstück bekommt. Diese Geschichte ist wahr.
Türken wie dieser saßen in der Schule neben uns. Als deutsche Firmen ihre Väter holten, war es unwichtig, ob sie lesen und schreiben konnten. Hauptsache, sie waren kräftig. Sie haben unseren Müll abgeholt. Sie haben neben unseren Vätern an der Werkbank und am Fließband gestanden. Sie haben Steuern bezahlt. Sie haben in unser Rentensystem und in unsere Krankenversicherungen eingezahlt. Jahrzehntelang.
Sie haben mit dafür gesorgt, dass es im ehemaligen Dillkreis auch heute noch Unternehmen gibt, die Arbeitsplätze bieten und die Gewerbesteuern zahlen. Das ist ihr Verdienst genauso wie der von Einheimischen, Heimatvertriebenen, Italienern, Spaniern, Ossis, Wessis. Wie der von allen anderen, die ihr Zuhause in der Region an der Dill gefunden haben.
Das alles sollte keiner vergessen, der in diesen Tagen über Fremdenhass diskutiert.






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