Wo führt dieser ganze Wahnsinn eigentlich noch hin? Zunächst hatte die Stadt Herborn die Kröte schlucken müssen, rund eine dreiviertel Million Euro für fragwürdige Umbauten im Rathaus ausgeben zu müssen, um den neuesten Auflagen des Brandschutzes zu genügen.
Dazu zählte beispielsweise, dass das Herz des neuen Rathaus-Teils, das durch alle Stockwerke reichende Atrium, aufgegeben werden musste. Zwischendecken wurden eingezogen - und so verlor das Gebäude seine Seele.
Den größten Frevel aber kann man beobachten, wenn man die uralte Holztreppe vom großen Foyer bis in den ersten Stock des historischen Rathaus-Teils erklommen hat: Direkt neben der nicht nur künstlerisch wertvollen Tür zum großen Saal klafft nun ein zweiter Wanddurchbruch, an dem der neue "Fluchttunnel" beginnt. Von dort bis auf die andere Seite des Treppenhauses reicht nun eine feuerfeste Glaswand, die den Charakter und den Charme des altehrwürdiges Gemäuers völlig ruiniert. Verwaltungsintern wird der Kasten spöttisch nur noch als "Aquarium" abgetan.
Doch damit nicht genug: Nun verursachen diese ganzen Umbauten weitere 300 000 Euro an Nachfolgekosten, weil Teile des Rathauses klimatisiert werden müssen - unter anderem weil sich Fenster nicht mehr öffnen lassen.
Das ist nur ein Beispiel für die von vielen Bürgern und Gewerbetreibenden inzwischen als völlig überzogen wahrgenommenen Auswüchse der immer weiter verschärften Brandschutzauflagen. Und hinter vorgehaltener Hand sagen sogar Feuerwehrleute, dass in kaum einem Kreis so hohe Anforderungen gestellt werden wie im Lahn-Dill-Kreis.
Ob aber die Gebäude hinterher noch vernünftig genutzt werden können, danach fragen die wenigsten. Von optischen Verschandelungen wie im Herborner Rathaus oder am Dillenburger Wilhelmsturm mit seinem Stahlgittergerüst an der Flanke einmal ganz zu schweigen.
Aber sicher ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Ruf nach dem dritten, vierten und fünften Fluchtweg laut werden wird.
Rette sich, wer kann!






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