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30.04.2010, 00:57 Uhr

Hier schreibt Leserreporter Manuel Heinrich

Drei Jahrzehnte nach dem RAF-Prozess: ein Zeitzeuge und Verteidiger berichtet


Vortrag mit Rupert von Plottnitz

Der Verein Criminalium lädt zu einem Vortrag mit dem ehemaligen RAF-Anwalt und hessischen Justizminister a.D. Rupert von Plottnitz am Freitag, den 7. Mai 2010 um 18 Uhr in das Hörsaalgebäude Recht und Wirtschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen ein.

Die Diskussion über Terrorismus und seine Bekämpfung ist derzeit
allgegenwärtig. Rupert von Plottnitz war Anwalt im so genannten
Baader-Meinhof-Prozess: er verteidigte vom Mai 1975 bis zum April 1977 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart den RAF-Terroristen Jan-Carl Raspe. Vor über dreißig Jahren fand der Prozess gegen die Anführer der Rote Armee Fraktion statt. Sie waren angeklagt wegen Mordes in vier Fällen und versuchten Mordes in 54 Fällen. Der Prozess war einer der aufwändigsten und längsten der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Zurückblickend auf diese Zeit berichtet Plottnitz über Terrorismus, Strafjustiz und Verteidigungsstrategien aus damaliger und heutiger Sicht.

Der Gießener Verein Criminalium, der Strafrechtskultur erlebbar machen möchte, zeigte in seiner Filmreihe "Im Namen des Volkes" im Herbst 2009 den Film "Baader-Meinhof-Komplex"; darauf aufbauend soll dasThema Strafjustiz mit dem Vortrag eines beteiligten Rechtsanwaltes vertieft werden. Arthur Kreuzer, Professor für Kriminologie undVorsitzender des Vereins, wird in das Thema einführen und erläutert:

"Wir bieten hier allen Interessierten die Gelegenheit, ein Stück
deutsche Justiz-Geschichte kennenzulernen und das aus dem
authentischen Blick eines Verteidigers. Wir freuen uns, dass Herr von Plottnitz als kompetenter und prominenter Zeitzeuge unserer Einladung gefolgt ist." An den Vortrag schließt sich eine Diskussion an.

Rupert von Plottnitz war nach den Stammheim-Prozessen ab 1987 Hessischer Landtagsabgeordneter für die Grünen, von 1991 bis 1994 als Fraktionsvorsitzender. Von 1994 bis 1999 war er zunächst Umwelt- und später Hessischer Justizminister. Von 1999 bis 2003 war er wiederum Mitglied des Landtags, dort 1999/2000 wirtschaftspolitischer Sprecher und von 2000 bis 2003 rechts- und europapolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Plottnitz ist Mitglied des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen und heute Partner der Anwaltskanzlei Fischer-Euler-von Plottnitz in Frankfurt am Main. Der Vortrag mit Staatsminister a.D. Rechtsanwalt Rupert von Plottnitz findet im Hörsaal vier des Hörsaalgebäudes Recht und Wirtschaft, Licher Straße 68, 35394 Gießen statt.

Der Verein Criminalium will der Öffentlichkeit Wesen, Bedeutung und geschichtliches Werden von Strafrechtskultur nahe bringen. Dazu gehören: das Verbrechen, die Verbrechensverfolgung, das
Gerichtsverfahren und der Vollzug in Gefängnissen und Unterbringungseinrichtungen. Ziel des Vereins ist die Schaffung eines Museums, in dem Strafrechtskultur für jedermann sichtbar und verstehbar wird. Mehr Informationen unter http://www.criminalium.de/


Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 30.04.2010 um 01:00:18 Uhr
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Kommentare (1)
  • Prima,
    Herr v. Plottnitz könnte ja als Insider wirklich aus dem Nähkästchen plaudern und zum Beispiel mal die Wahrheit sagen!
    Ich wüsste gerne, wer die Kassiber aus dem Stammheimer Knast geschmuggelt hat? Auch Herr v. Plottnitz hatte Zugang! Wer war "Sch."?? etc., etc.,
    Nur - er wird die Wahrheit nicht sagen! Also braucht man gar nicht hinzugehen, um sich sein unwahres Geschwafe anzuhören.
    W. Klein




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