Soldaten mit Dreispitz und Musketen werden im Burghof exerzieren wie im Jahr 1759, als die Burg Hauptquartier eines Heeres war, das nördlich der Lahn lag und die am Südufer verschanzten Franzosen belauerte. Aber nicht nur das Leben der Soldaten, sondern auch das der unter dem Militär leidenden Bevölkerung sollen thematisiert werden.
Geschichte zum Anfassen, dargestellt von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinden Wettenberg, Biebertal, Heuchelheim und Lollar hat Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner jetzt bei einer Pressekonferenz in den Räumen der Burg angekündigt.
Ähnlich wie beim Gleibergfest wird es im Burghof viele interessante Aktivitäten geben. Der Sonntag des offenen Denkmals beginnt mit einem Gedenkgottesdienst in der Katharinenkirche in Krofdorf-Gleiberg, in dem vor allem der Leiden der damaligen Bevölkerung und der Opfer der Kriege gedacht werden soll. Im Anschluss beginnt ab 11 Uhr im Burghof die Reise zurück ins Jahr 1759. Darsteller der Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte, eines landesweiten Geschichtsvereins, zeigen Szenen aus dem militärische Alltag der damaligen Soldaten. Die Mitglieder exerzieren im Burghof und erklären ihre rekonstruierten Uniformen, Waffen und Ausrüstungen, die nach Vorlagen aus Museen gefertigt sind. In einem kleinen Feldlager wird viel über das nicht einfache Soldatenleben zu erfahren sein.
Das Leben der Zivilbevölkerung wollen unter anderem das Bürgerprojekt Gleiberg, das Amateurtheater Sammelsurium und die Heimatstube Launsbach in Spielszenen thematisieren. Außerdem werden alte Handwerkskünste wie das Spinnen, Weben, Korbflechten, Korndreschen und Schmieden präsentiert.
Die Heimat- und Geschichtsvereine Krofdorf-Gleiberg, Rodheim-Bieber, die Heimatstube Launsbach und die Heimatvereinigung Wißmar haben eine umfassende Ausstellung zu den Vorgängen im Gießener Land während des 7-jähriger Krieges zusammengestellt, als beiderseits der Lahn rund 100 000 Soldaten unterschiedlichster Herkunft lagerten. Außerdem kann man in einem großen Zelt zeitgenössische Landkarten und eine Zeitleiste sehen, die die geschichtliche Einordnung und die weltpolitische Bedeutung des Siebenjährigen Krieges verdeutlichen. Viele weitere Vereine aus Wettenberg und den umliegenden Gemeinden beteiligen sich an der Ausgestaltung des Denkmalstags .
Wer den lebendigen und kurzweiligen Geschichtsunterricht erleben möchte, zahlt am Sonntag pro Person vier Euro für den historisch en Passierschein. Jugendliche zahlen die Hälfte, Kinder dürfen kostenlos durch das Tor. Natürlich werden sich auch das musikalische Rahmenprogramm und das gastronomische Angebot im Stil des 18. Jahrhunderts präsentieren. Für Kinder wird es zeitgenössische Spiele und Mitmachaktionen geben.
Tafeln zu Spiel und Musik
Bereits am Freitagabend (10. September) bietet das Restaurant auf Burg Gleiberg eine kulinarische Reise zurück ins Jahr 1760 an. Dazu hat Chef Theo Friedrich ein viergängiges Menü nach Rezepten aus dem 18. Jahrhundert vorbereitet. Dazu serviert er musikalische und theatralische Unterhaltung: Die Historikerin Dr. Jutta Failing aus Biebertal arrangiert und moderiert zum Essen ein spannendes historisches Rollenspiel, das mit zeitgenössisch galanter Tafelmusik gewürzt wird. Buchungen sind schon jetzt unter burg@theos-giessen.de oder telefonisch unter (06 41) 8 14 44 möglich. Das Platzangebot ist begrenzt.
Das Organisationsteam um Ralf Volgmann sucht derweil noch nach möglichen Ergänzungen des Programms. Wer noch etwas zu einer Ausstellung beitragen kann oder sich darstellend an der Aktion beteiligen möchte, kann sich unter (0641) 930157 melden.
















