29 Ballonteams hatten am Mittwochabend die international besetzte Meisterschaft aufgenommen, bei der neben dem deutschen auch der Hessenmeister gesucht wurde. Zu den Gaststartern gehörten unter anderen Europameister Stefan Zeberli (Rang 4) aus der Schweiz, der Österreicher Werner Schrank (5.) und der Litauer Tadas Gegevicius (6).
Drei Fahrten mit acht Aufgaben standen schließlich für die Piloten zu Buche. Das schlechte Wetter mit Gewitter, Nebel und Regenschauern verhinderte weitere Starts. Auch am Sonntagmorgen mussten die Ballone am Boden bleiben. Es sei ein fairer und sportlicher Wettbewerb gewesen, der jedoch unter teilweise widrigen Verhältnissen stattgefunden habe, lautete das Fazit von Veranstaltungsleiter Werner Hoffarth (Fronhausen).
Von Beginn an führte Sven Göhler das Klassement der Deutschen Meisterschaft an. Mit einem Durchschnitt von 890,3 Punkten pro Aufgabe - maximal sind 1000 Zähler möglich - lag er am Ende deutlich vor Matthias Borgmeier (700,6) und Martin Wegner (699,3) aus Thüngersheim in Unterfranken. Der Hüttenberger Uwe Schneider (623,8) kam auf dem siebten Platz.
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"Ich bin sprachlos und natürlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagte Matthias Borgmeier. Der Wetzlarer ist seit 16 Jahren Heißluftballon-Pilot. Mit dem zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft hat er ab 2012 auch einen festen Platz in der Nationalmannschaft sicher.
Das bringt ihm wohl ein Startrecht bei der nächsten Weltmeisterschaft ein. Diese wird vom 18. bis 25. August 2012 in Battle Creek im US-Bundesstaat Michigan ausgetragen. "Ein Traum wird wahr", freute sich Borgmeier über seine Meisterleistung. In der Stunde des Erfolges vergaß er aber auch nicht seine treuen Helfer. "Ohne mein Team wäre das alles nicht möglich gewesen", lobte der Wetzlarer.
Zur deutschen Nationalmannschaft der Heißluftballon-Piloten wird ab 2012 neben dem neuen Meister Sven Göhler und "Vize" Matthias Borgmeier weiterhin auch der dreifache Europameister und dreifach Vizeweltmeister Uwe Schneider gehören. Das Team komplettieren Martin Wegner, Markus Pieper (Wiehl) und Marcus Strauf (Waldbröl), Pilot des Weilburg-Ballons.
"Wir sind hier herzlich aufgenommen worden", dankte Uwe Schneider den Gladenbachern für die erneute Ausrichtung der Titelkämpfe. Ein Lob sprach der Vizepräsident des Deutschen Freiballonsport-Verbands zudem Veranstaltungsleiter Werner Hoffarth für die "grandiose Organisation" sowie Wettbewerbsleiterin Siegrid Ibes und ihrem Team für den großen Einsatz aus. "Ich habe selten eine Meisterschaft gesehen, bei der der Teamgeist so groß war", sagte Schneider.
Landrat Robert Fischbach (CDU) kürte gestern bei der Siegerehrung Gladenbach zum "Eldorado der Ballonfahrer". "Wir sind stolz darauf, als Mekka der Heißluftballon-Piloten bekannt zu sein", sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU). Er verwies darauf, dass die Kirschenmarkt-Stadt nun bereits zum dritten Mal eine Deutsche Meisterschaft und sogar zum vierten Mal die hessischen Titelkämpfe ausgerichtet hat.
Knierim: Region ist begeistert vom gebotenen Ballonsport
Seit dem ersten Freundschaftstreffen der Piloten 1991 in Gladenbach bemühe sich die Stadt darum, den Ballonsport in der Region bekannt zu machen. "Die Region fiebert mit und ist fasziniert von den tollen Bildern. Sie haben uns begeistert", sagte Knierim an die Adresse der Teilnehmer der DM. Zugleich kündigte der Rathauschef an, dass sich Gladenbach in Zukunft für die eine oder andere Meisterschaft wieder bewerben wolle.
Zusammen mit Kirschenkönigin Lara Hartmetz zeichnete Knierim die Sieger und Platzierten des Wettbewerbs aus. Als kleines Gastgeschenk gab es einen bunten Schirm. "Der soll bei künftigen Veranstaltungen als Abschreckung dienen, damit der Regen fernbleibt", sagte Werner Hoffarth.
Im Kampf um den Hessenmeister-Titel verwies Matthias Borgmeier seinen Vereinskollegen Uwe Schneider sowie Astrid Carl (Linsengericht) und Michael Storch (Rodenbach) auf die Plätze. Die Damenwertung gewann Sylvia Meinl (Sindelfingen) vor Astrid Carl und Dolores "Dolly" Deimling (Frankenthal).



















