Das 1927 errichtete Ernst-von-Hülsenhaus, in dem das Museum beheimatet ist, wird ab 2012 saniert, erste Vorarbeiten beginnen schon im Sommer dieses Jahres. Für 4,9 Millionen Euro werden Dachhaut und Fassade erneuert und die Wärmedämmung verbessert. Fenster und Sandsteinsockel werden saniert. Im Untergeschoss wird eine Abwasser-Hebeanlage eingebaut, die Entwässerung wird erneuert. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Jahre dauern. Im Zuge der Sanierung wird auch die Präsentation der Werke im Museum verändert. Wichtigste Neuerung: Die Sammlung Eitel mit bekannten Werken aus dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts, die ursprünglich in einem inzwischen verworfenen Anbau gezeigt werden sollte, wird im Untergeschoss in den Kabinetten untergebracht werden, kündigte Museumsdirektorin Agnes Tieze an.
In dieser Situation des Aufbruchs und des Umbruchs entwickelte eine Gruppe von Doktorandinnen die Idee, sich unter diesem Gesichtspunkt mit den Kunstwerken aus dem Bestand auseinanderzusetzen. Dabei haben sie Themenfelder wie "Gefühl und Verstand", "Stillstand und Bewegung" oder "Der Weg als Ziel" bearbeitet und dafür Werkpaare einander gegenüber gestellt, die sonst nie in einem Museum nebeneinander hängen würden.
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Sammlung Eitel soll nach der Sanierung ihren Platz im Museum haben
Diese Werkpaare sind überall in den Ausstellungsräumen verteilt, so dass man auf der Suche nach ihnen automatisch auch einen Streifzug durch das Museum unternimmt. Unter dem Motto "Göttliche Vernunft und rauschhaftes Chaos" treffen zum Beispiel Franz von Stucks "Helios" mit Pferden unter der Führung des Sonnengotts und das derb-sinnliche "Bacchanal" von Lovis Corinth aufeinander.
Aus dem Depot ins Zentrum der Ausstellung holten die jungen Wissenschaftlerinnen auch Clemens Mitschers Fotoarbeit "Aufforderung zum Tanz". Mitscher, der aus Marburg stammt und an der Hochschule für Gestaltung lehrt, hatte diese Arbeit - ein verfremdetes Foto des Museums mit zugemauerten Eingängen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs- 1987 dem Museum geschenkt. Mit dem Titel habe er dafür werben wollen, das Museum für junge Kunst zu öffnen, sagte Mitscher. Genau das geschehe mit der neuen Ausstellung, so Tieze.
In den Sonderausstellungsräumen präsentiert die Fotografie-Klasse der HfG Arbeiten von sieben Studierenden unter dem Titel "Das Museum als Selbst". Extra für die Ausstellung entwickelten sieben junge Männer und Frauen ganz unterschiedliche künstlerische Ansätze, um sich mit dem Raum Museum, seinen Bild- und Wahrnehmungsebenen und seiner Geschichte zu befassen. So irritiert zum Beispiel ein Landschaftsfoto im überhöhenden üppigen Goldrahmen den Betrachter, setzen ungewöhnliche Porträtaufnahmen Bezüge zu den klassischen Porträts im Museum.
Ein ausführlicher Plan mit Informationen zu allen Themenfeldern und den Orten, an denen man die Werke findet, wird den Besuchern der Ausstellung an die Hand gegeben. Eröffnet wird sie am Donnerstag, 3. Februar, um 18 Uhr. Die Foto-Arbeiten sind bis zum 3. April zu sehen, das Projekt der Doktorandinnen bis zum 26.Juni.Die nächsten Mittagsführungen zu "Aufbruch/Umbruch" finden am 8. Februar und am 8.März jeweils ab 13 Uhr statt.






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