Start ePaper Newsletter Kontakt Medienhaus Online werben Mein Mittelhessen   Login Registrieren
Mittelhessen.de
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...
mittelhessen-immo.de
Bookmark Leserbrief VersendenDrucken
29.09.2011, 18:21 Uhr
Von Benjamin Hofmann

Standpunkt zur Bürgermeisterwahl in Lohra

Bürger müssen Demokratie vorleben







Benjamin HofmannzoomBenjamin Hofmann | mittelhessen.de
Stell dir vor, es ist Wahl, und keiner geht hin. Einst Sinnspruch der Alternativbewegung, könnte diese Floskel zum Alptraum für die Gemeinde Lohra werden. Am 2. Oktober wählt Lohra seinen Bürgermeister. Einziger Kandidat: Amtsinhaber Georg Gaul (parteilos).
Dass andere Parteien keinen Gegenkandidaten aufgestellt haben – von den Gründen einmal völlig abgesehen –  ist ihr gutes Recht. Doch zerstört es den Urgedanken  der Demokratie. Frei übersetzt heißt Demokratie: Die Macht liegt beim Volk. Im Falle Lohra aber hat das Volk fast keine Wahl. Und das mag zurecht für Wahlverdrossenheit sorgen. Die Bürgermeisterwahl in Bad Endbach hat demonstriert, was das für die Wahlbeteiligung bedeuten kann: Nicht einmal ein Viertel der Wahlberechtigten ging zur Urne. Ein Alptraum für jeden Demokraten. Noch schlimmer wäre es, wenn aufgrund der geringen Mobilisierung in einem Wahlkampf, der keiner ist, mehr Wähler gegen als für Gaul votieren würden. Dann folgt eine Neuwahl. Die drückt auf den Geldbeutel einer ohnehin schon klammen Kommune.
Dabei beweist die politische Landschaft in Lohra durchaus Kampfeswillen. Als Beispiel sei hier nur die Debatte um die Vergabe der Stromkonzession genannt, die sich nun fast schon endlos hinzieht. Ihre Basisaufgabe, für politische Vielfalt, für Wahlmöglichkeiten in einer Demokratie zu sorgen, haben die einzelnen Parteien in Lohra dagegen nicht wahrgenommen. Das Argument, man sei mit Gauls Arbeit zufrieden, zieht hier nicht. Denn das Selbstverständnis einer politischen Partei sollte sein: Wir können es noch besser.
Nun sind die Bürger am Zug. Sie müssen den Parteien zeigen, dass sie Demokratie vorleben. Mit einem klaren Votum. Nicht Pro oder Contra Gaul. Sondern mit dem Gang zur Urne. In der Hoffnung, dass sie beim nächsten Urnengang wieder eine echte Wahl haben.
Anzeige

Dokumenten Information
Copyright © mittelhessen.de 2012
Dokument erstellt am 29.09.2011 um 18:22:14 Uhr

Mehr zum Thema


Zurück weitere Meldungen


Kommentare (8)
  • Volker Macha: "Mut den Namen auszuschreiben" ist gut, es wäre geradezu tollkühn und riecht schon von hier aus nach Verfolgung, wo das offensichtliche Vernügen daran bereits latent ausgebaut zu sein scheint..
    Meinungen werden sich nicht dadurch ändern lassen, daß man seiner Namen habhaft wird, sondern durch mehr Bodenhaftung und direkterer Beteiligung der Menschen, um die es geht. Wir brauchen keine Anwälte, Lehrer und Physiker in der Politik, sondern ein paritätisches Gremium, das beratend zur Seite steht, damit die Philosophie und Ausrichtung neu definiert werden kann: Was sind die Staatsziele? Nach meiner Meinung ist das oberste Ziel das Wohl der Familie, dem Hort der Menschen - dem sich alles unterzuordnen hat, auch und erst recht die Unternehmen und das Kapital, das durch Lobbyismus und Gewogenheiten alles korrumpiert und den Spieß so umdreht, daß der Schwanz mit dem Hund wedelt: Heute haben 5-10% der Bevölkerung mehr zu sagen als der "Rest" von 90% der Wähler, weil immer die gleichen Leute aufgestellt werden, die nebenbei in den Aufsichtsräten hocken - den Rest an "Deomokratie" machen Koalitionen perdue und schräge Gepflechte, wie "Schwesterparteien".



    Wozu? Lobbyisten machen heute die Politik, überall in den Parlamenten, Koalitionen verwässern zuvor gemachte Wahlausagen - wozu also zur Wahl gehen?



  • Sehr geehrter Herr sozialer Demokrat,

    wenn Sie die Zustände so anprangern, und die Menschen zu mehr Mut aufforden (welches übrigens auch mit meiner Meinung Konform geht), dann haben sie doch auch den Mut, Ihren Namen auszuschreiben. Vielleicht sollten Sie mal darüber nachdenken!



    Wir haben keine Demokratie - sondern eher Zustände wie in der DDR. Die hieß Deutsche Demokratische Republik. Also - die Macht des Volkes wurde quasi in dem Namen des Landes mehrfach "verhohnepipelt" - wo wir ja wissen, was da so "abging".

    Bei uns ist es fast nicht anders - vielleicht noch subtiler.

    Heute gibt es den Begriff "Verschwörungstheorie" - ein "Totschlags-Begriff", mit dem alles "platt gemacht" werden kann - auch eine freie Meinung oder auch Menschen, die kritisch hinterfragen.

    Ein Nachteil ist auch, dass in den Schulen und in den Elternhäusern nicht mehr über Politik gesprochen wird - es ist "verpönt".

    Was ist die Folge - viele Menschen verstehen gar nicht, was dort gemacht wird und eine Quasi-Elite hat das Ruder übernommen. Oder wollte jemand in Deutschland, dass ein Verein, wie die FDP, mit unter 60.000 Mitgliedern ein Land von rund 80.000.000 Menschen mitregiert?!

    Der Bürger kann zwischen Pest und Cholera wählen - wenn er denn hin geht.

    Die Wenigsten jedoch gehen hin - das sieht man überall.

    Im Nachhinein ist das Geschrei jedoch groß - siehe das Thema FDP.

    Vielleicht ist Deutschland zu sehr verwöhnt und den Menschen geht es wirklich zu gut, als dass sie sich beteiligen. Vielleicht aber sind die Menschen zu dumm, als das zu verstehen. Vielleicht werden sie auch zielgerichtet dumm gemacht und dumm gehalten - massenmedial verblödet, mit Hilfe von Zwangs-GEZ-Gebühren? Vielleicht sind sie blind und sehen die Chancen nicht, die damit verbunden sind? Vielleicht sind sie auch nicht mutig genug - wie die Ägypter, die Tunesier, die Libyer oder ähnliche Menschen?

    Vielleicht wollen sie auch einfach bloß in Ruhe gelassen werden?

    Schade eigentlich!?



  • Demokratie = Volksherrschaft = Volksabstimmungen



    Meine Eltern lebten bereits in den 60igern Demokratie vor, wir diskutierten über alles- bereits am Frühstückstisch. Nichts lief, ohne daß der "Familienrat" getagt hätte. Was nützte es? Nichts. Warum ist das so?
    Weil die Parteien nicht basisdemokratisch sind, nicht paritätisch besetzt und zudem zu Koalitionen neigen, was jede zuvor gemachte Wahlaussage derart verwässert, daß vom einstigen Versprechen nichts mehr bleibt..
    Wir sind heute - nach meiner unmaßgeblichen Meinung - weiter von der Demokratie entfernt denn je, weil auch noch rote und grüne Machtmenschen hinzu gekommen sind. Statt Volksabstimmungen/Befragungen (evtl. mittels Televoting) zu gravierenden Veränderungen im Land abzuhalten, wird von oben herab regiert, wie zu Kaisers Zeiten. "Alle Gewalt geht vom Volke aus" (GG)



  • Das müssen wir uns nicht vorstellen - das ist so!

    So z.B. bei der letzten Bundestagswahl - da gingen rund 20 Mio. Wahlberechtigte nicht hin!

    Und jetzt jammern alle rum - sicher die, die nicht hingingen, am lautesten!



    Der Kommentar von Benjamin Hofmann hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Die pflegmatischen, in kleinlichen Streitereien verbissenen "Volks"parteien sollten sich schämen!







Anzeigen und Anzeigenservice:

Verlagsbeilagen
alle ansehen

Wetter in Marburg
Heute
26°

11°
Sonne
05:27 Uhr

21:18 Uhr
Regen
2%
Wind
14 km/h
aus O-S-O



Abo und Abo-Service:

Diskussion Uni-Klinikum
Marburg: "Privatisierung ist gescheitert"
Marburg. Rund 70 Minuten haben sie gestritten, ihre Meinungen zum Stellenabbau am Marburger Uniklinikum... mehr


Veranstaltungskalender für Mittelhessen


Zm Branchenbuch