Es blieb allerdings nicht bei der Listenübergabe. Zwei Stunden lang saßen die Frauen mit dem Bürgermeister zusammen, beide Seiten erklärten einander ihre Sicht der Dinge - die eine, warum der Windpark auf jeden Fall gebaut wird, die andere ihre Ängste und Befürchtungen.
Zwei Argumente nehme er besonders ernst, sagte Schäfer: die der Lärmbelästigung sowie die Sorge um Natur- und Umwelt. Beide könne er verstehen, halte sie aber für unbegründet. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass in Steinperf kein Schall zu hören sein wird" - allein schon aufgrund der Hauptwindrichtung, die den Schall von der Ortslage wegtrage.
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Auch das Argument der Frauen, die geplanten Anlagen am Hilsberg seien weit größer als die Bottenhorner, wo sich niemand über Lärm beschwere, versuchte Schäfer zu entkräften. Das Geräusch entstehe in dem Moment, in dem die Rotorblätter am Fuß des Windrades vorbeistreifen. Die Größe der Anlage mache da kaum einen Unterschied - höchstens zwei Dezibel, so Schäfer, und das sei praktisch nicht hörbar.
Der Sorge, dass für die Anlagen die alten Buchenbestände auf dem Hilsberg gerodet werden müssen, hielt Schäfer entgegen, dass diese ohnehin längst schlagreif seien und in den kommenden Jahren gefällt würden. Allerdings sicherte er zu, dass im Rahmen der Mediation auf die Bedenken der Beteiligten eingegangen und geachtet werde. Dazu gehöre auch, dass die Anlagen örtlich verschoben würden, wenn dadurch weniger Bäume gefällt werden müssten. Klar sei aber auch, dass nur solche Lösungen in Frage kommen, die ohne nennenswerte Einbuße bei der Stromausbeute möglich sind.
Schäfer erklärte unter anderem noch, dass heute schon Rücklagen für einen späteren Rückbau der Anlagen gebildet würden und das Landschaftsbild notfalls auch wieder komplett hergestellt werden könne. Er sprach auch von seiner Verpflichtung seiner Gemeinde gegenüber und von dem Ziel: einer eigenen Energiegesellschaft für die Region.
Ausgehend davon diskutierten der Bürgermeister und die Steinperferinnen über bezahlbare Energie als zentrales Zukunftsproblem und den Nutzen, den die Bürger direkt aus den Anlagen ziehen könnten - Stichwort Bürgerwindpark. Sein Schreckgespenst sei, so Schäfer: Dass private Investoren kämen, die Windräder bauten und die gesamte Wertschöpfung in die eigene Tasche steckten. "Dann sollten wir denen doch lieber zuvorkommen und eigene Räder bauen, von denen dann auch die Menschen vor Ort etwas haben", sagte der Bürgermeister.
Den Frauen leuchteten Schäfers Argumente ebenso ein wie ihm die ihren. Sie seien nun besser unterrichtet, was sie bisher von der Politik am meisten vermisst hätten. Und stimmten ihrem Kontrahenten schließlich sogar zu in dem Punkt: Die Akzeptanz der Windräder kann bei den Bürgern mit dem Gefühl wachsen, auch selbst persönlich und direkt an den Anlagen beteiligt zu sein.






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