"Ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind die Gesundheitskonferenzen, die nicht den gesamten Landkreis unter die Lupe nehmen, sondern sich mit lokalen und regionalen Besonderheiten in den verschiedenen Kreisteilen auseinander setzen", schreibt Stephan Schienbein vom Pressereferat des Landkreises.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst, also das Anbieten einer ärztlichen Versorgung außerhalb der üblichen Sprechzeiten nachts oder an Wochenenden, ist für die niedergelassenen Ärzte ein wichtiges Thema: Sie müssen diesen Bereitschaftsdienst sicherstellen. Die Meinung der Mediziner: Der Umfang der Belastungen durch die Bereitschaftsdienste hat viel mit der Lebensqualität zu tun. Und: Je weniger niedergelassene Ärzte es gibt, umso öfter trifft es den einzelnen Arzt bei der Dienstübernahme. "Weniger Ärzte verschärfen das Problem", so die Mediziner.
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Auch möchten die Ärzte eine angemessene Vergütung der Bereitschaftsdienste. "Jeder Schlüsseldienst wird nachts oder an Wochenenden besser bezahlt als die Ärzte", beklagen sie. Ausufernde Bürokratie war ein weiterer Kritikpunkt der Ärzte. Der Landkreis, zwar nicht unmittelbar für dieses Problem zuständig, hat sich des Themas nach eigenen Worten dennoch angenommen. Der Landkreis sehe seine Aufgabe darin, Impulse zu geben und angestoßene Prozesse zu moderieren, so Fischbach. Und McGovern ergänzte: "Zwar ist die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) für die ambulante ärztliche Versorgung verantwortlich, wir können allerdings nicht tatenlos zusehen, wenn sich Versorgungsprobleme abzeichnen".
Ein erstes, konkretes Ergebnis der Gesundheitskonferenz für den Altkreis Biedenkopf ist eine kleine Gruppe aus Ärzten, Vertretern des Kreises und des DRK-Krankenhauses sowie den Bürgermeistern Bernd Schmidt (Dautphetal), Joachim Thiemig (Biedenkopf) und Thomas Beck (Angelburg), die unter Moderation des Kreises den ärztlichen Bereitschaftsdienst planen und Ergebnisse der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen vorstellen soll. Wie so etwas aussehen könnte, zeigte Dr. Michael Thomas Knoll, der zehn Jahre lang Obmann beim ärztlichen Bereitschaftsdienst Hungen/Lich im Kreis Gießen war.
Kreis Gießen kann Vorbild sein
Im Nachbarkreis schlossen sich die Bereitschaftsdienste Linden, Pohlheim, Buseck, Hungen/Lich und Grünberg/Laubach im vergangenen Jahr zum ärztlichen Bereitschaftsdienst Mittelhessen zusammen. Damit sei - mit Unterstützung durch die Infrastruktur der Johanniter-Unfallhilfe - ein wichtiger Baustein für die wohnortnahe ärztliche Versorgung geschaffen worden.






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