Kommt das überraschend? Als Landesstraße liegt die Verantwortung beim Land Hessen, das für die Sanierung der Straße zuständig ist. Zunächst hatte es so ausgesehen, dass es hierfür in 2012 kein Geld geben würde. Gefordert indes hat die Gemeinde Dautphetal die Sanierung längst. Sogar mit einer einmütig im Parlament verabschiedeten Resolution hatte sie diesem Anliegen Nachdruck verliehen. Der Ausbau - so hieß es darin im Dezember 2010 - sei ursprünglich schon für 2010 vorgesehen gewesen, jedoch wegen des Kreiselbaus an der Apotheke verschoben worden.
Unverständnis wurde geäußert, als das Land Hessen sich 2011 zwar an die Sanierung der L 3042 machte, dies jedoch auf dem Abschnitt zwischen Mornshausen und Holzhausen, was vielen als nicht so dringlich erschien.
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Indes: Ganz so einfach, dass man ein Projekt einfach verschieben hätte können, war die Lage nicht. Denn die Gemeinde Dautphetal hatte ein gerüttelt Maß an Planungsarbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung des Abschnitts zwischen Heck & Becker und dem "Böttig" bei Friedensdorf zu leisten.
Verlängerung der "Pützwiese" und Sanierung der Kanäle kämen hinzu
Das Stück soll als Ortsdurchfahrt Friedensdorf deklariert werden, mit der Folge, dass entlang der Straße beiderseits Grundstücke sehr viel besser anzuschließen sind, als dies bei einer Straße außerorts der Fall ist. Bürgersteige und ein Radweg werden gebaut - Kostenträger ist die Gemeinde, auch wenn es Fördermittel gibt. Eine Untersuchung der Abwasserkanäle hat gezeigt, dass diese bei der Gelegenheit ebenfalls erneuert werden müssten - nächster Kostenpunkt.
Damit der Verkehr während der Bauzeit vernünftig umgeleitet werden kann, so hieß es in der Finanzausschusssitzung, müsse man "ernsthaft darüber nachdenken", zuvor den Ausbau der "Pützwiese", der momentan an den ehemaligen Bamberger-Hallen endet, durchzuziehen bis zur Straße "Auf den Högern" - ein weiterer Kostenfaktor.
Bauamtsleiter Moog: Das Gebiet schreit förmlich nach Veränderung
Dass der Ausbau der Landesstraße - um mit Kanzlerin Merkel zu sprechen - "alternativlos" ist, verdeutlichten Henkel und Moog in der Sitzung. Moog: "Es besteht Konsens darüber, dass man das Gewerbegebiet entlang der Straße nicht so unattraktiv halten kann. Es schreit förmlich nach Veränderung." Und Henkel unterstrich: "Dort hat früher ein einziger Gewerbebetrieb rund viereinhalb Hektar Fläche genutzt. Heute ist die Nutzung x-fach höher. Dort arbeiten Betriebe vom Dienstleister bis zum produzierenden Gewerbe."Nun also stellt das Land wider Erwarten doch in diesem Jahr bereits Geld zur Verfügung - und wirbelt damit den Dautphetaler Haushalt kräftig durcheinander. "Wir haben erreichen können, dass der Ausbau in Abschnitten erfolgt", sagte Bauamtsleiter Konrad Moog im Finanzausschuss. Und dass der zweite Teil der Baumaßnahme, das ist der Streckenausbau zwischen dem Kreisel "Auf den Högern" bis Heck & Becker, wohl erst 2013 verwirklicht wird, während das Stück vom "Böttig" bis zum Bahnübergang im vierten Quartal 2012 gebaut wird. Das bringt etwas Luft für die Finanzplanung der derzeit eher klammen Gemeindekasse.
Über die wacht mit Argusaugen Abteilungsleiter Hermann Henkel, und der machte in der Ausschusssitzung unmissverständlich klar: "Wir wollen keine Nettoneuverschuldung". Dem Parlament werde in Kürze ein Vorschlag unterbreitet, wie die Kosten für das umfangreiche Projekt aufzubringen sind - eine genaue Schätzung liegt derzeit noch nicht vor. "Und dann müssen wir notfalls etwas anderes schieben." Bei diesem Satz wurde der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Falk hellhörig. Der Löwenanteil der Investitionen werde somit 2013 wohl in die L 3042 fließen, stellte er fest und befürchtete, die geplante Sanierung des Holzhäuser Bürgerhauses könne damit ins Wanken geraten. "Man kann doch eins tun und das andere nicht lassen", schlug Falk vor und ergänzte wild entschlossen: "Wir machen das! Ich sags nur mal."
Horst Falk beißt bei Finanzleiter Hermann Henkel auf Granit
An diesem Punkt jedoch biss Falk auf Granit beim Wächter über die Gemeindefinanzen, Hermann Henkel. "Ihr habt einstimmig die Resolution losgetreten. Wenn das Land jetzt den Geldhahn aufdreht, könnt Ihr nicht sagen: ,Wir machens nicht!" "Wir können nicht alles für Straßen ausgeben, und in solch einem großen Ortsteil wie Holzhausen passiert jahrelang nichts", hielt Falk dagegen und bemängelte, es gebe im Hünsteinort einen Investitionsstau. In der Bevölkerung "brodele" es gar.
Mit Vehemenz wies Henkel den Vorwurf, andere Ortsteile würden bevorzugt behandelt, auch im Namen des zu dem Zeitpunkt nicht mehr anwesenden Bürgermeisters von sich. Dafür, dass die Bürgerhäuser in Dautphe, Buchenau und Friedensdorf zunächst energetisch saniert worden seien, habe es triftige technische und wirtschaftliche Gründe gegeben, rief Henkel in Erinnerung. Das Dautpher Bürgerhaus sei das am meisten frequentierte, in Buchenau und Friedensdorf hängen Hallenbäder und Kindergärten mit dran, dort seien die höchsten Einsparungen zu erzielen gewesen.
Kein Aufrechnen der Ausgaben für jeden Ortsteil
Auch Falks Vorschlag, der Finanzfachmann möge doch bis zur nächsten Sitzung mal eine Aufstellung vorlegen, was in jedem Ort investiert worden sei, rief Henkels Protest hervor, der im Einvernehmen mit dem Bürgermeister mahnte: "Dautphetal lebt vom Konsens der Ortsteile, wir bedingen einander. Es darf diese Diskussion nicht mehr geben!" Henkel versicherte, es werde größter Wert auf Gleichbehandlung gelegt, "Es ist nachvollziehbar: Ihr kommt nicht zu kurz."






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