Bei einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus mit den beiden Lohraer Pfarrern Jens Heyden und Jonathan Schwarz sowie Werner Oertel, dem Vorsitzenden des Kirchenvorstands, ging es um die Fusion der beiden Kirchengemeinden Lohra I und Lohra II.
Zum Kirchspiel Lohra gehören von alters her die Ortschaften Nanz-Willershausen, Damm, Altenvers, Rollshausen, Reimershausen und Seelbach, erläuterte Oertel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten im Dammer Lager mehrere Hundert Menschen, die es seelsorgerlich zu betreuen galt.
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Landeskirche senkt Zuschüsse
1951 stellte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck einen so genannten "Hilfspfarrer" ein, der später zum Pfarrer ernannt wurde. Dies führte im Laufe der Jahre dazu, dass die Kirchengemeinde Lohra offiziell zwei Pfarrstellen bekam. Die wurden unterteilt in das Pfarramt I mit 1700 Gemeindegliedern in Lohra mit den Orten Damm und Nanz-Willershausen sowie dem Pfarramt II mit 1400 Gemeindegliedern in Lohra (von der Schnurrgasse aus Richtung Gladenbach) und den Ortsteilen Altenvers, Reimershausen, Rollshausen und Seelbach.
Die Kirchenvorstände der beiden Pfarrämter wünschten eine "Entflechtung", wie sie das damals nannten, und so wurde am 29. Mai 1980 die amtliche Trennung der beiden Kirchengemeinden mit Kasse und Siegel verwirklicht.
Jetzt, nach 32 Jahren, wurde die Wiedervereinigung der beiden Kirchengemeinden unter einem Gesamtkirchenvorstand beschlossen, erläuterte Oertel. Die Wiedervereinigung habe einzig und allein finanzielle Gründe.
Hans-Joachim Dörr, Vorsitzender des Finanzausschusses, erläuterte, dass die Schlüsselzuweisungen für die ersten 600 Gemeindeglieder im Jahr 2009 von der Landeskirche von 0,5 Prozent auf 0,05 Prozentpunkte je Gemeindeglied gesenkt wurden. Nach dieser Rechnung bekamen die Kirchengemeinden Lohra I und Lohra II noch Schlüsselzuweisungen von 30 000 Euro jährlich, mit denen sie haushalten mussten - das heißt: Küster-, Orgeldienste und alle anderen Kosten bestreiten. Nach der Fusion bekommen die beiden Lohraer Kirchengemeinden pro Jahr Schlüsselzuweisungen in Höhe von 51 500 Euro.
Die Kirchenvorstände der beiden Gemeinden beantragten bei der Landeskirche zum 1. Januar 2012 die Fusion. Das Verfahren laufe noch.
Die Vereinbarungen des Zusammenschlusses sehen wie folgt aus: Bisher gab es in Lohra einen 20-köpfigen Kirchenvorstand mit zwölf gewählten und sechs berufenen Mitgliedern sowie zwei Pfarrern. Nach der Fusion gibt es übergangsweise einen 28-köpfigen Kirchenvorstand. Im September 2013 finden Kirchenvorstandswahlen statt und danach soll das Führungsgremium 19 Mitglieder haben.
Alle Ortsteile müssen im Kirchenvorstand vertreten sein. In den Ortsteilen wiederum sollen Stimmbezirksausschüsse mit bis zu vier berufenen Sachkundigen die Aktivitäten vor Ort regeln, erläuterte Oertel. Die neue Gemeinde wird "Evangelische Kirchengemeinde Lohra" heißen und ein neues Siegel erhalten. Sie hat dann insgesamt 2795 Mitglieder.
Die Zuständigkeiten der beiden Pfarrer bleiben wie bisher, es finde lediglich eine Zusammenführung der finanziellen Mittel statt, sagte Pfarrer Jens Heyden.
Diakon-Stelle ist in Gefahr
Nach der Informationsveranstaltung mit gut 80 Teilnehmern nutzten die Besucher die Gelegenheit für einige Fragen. Dabei ging es unter anderem um Diakon Christian Rüdiger, der bisher für die Jugendarbeit der beiden Kirchengemeinden zuständig war. Die Stelle zu halten werde schwierig, sagte Oertel, denn die politische Gemeinde habe ihren freiwilligen Beitrag zur Finanzierung der Stelle gestrichen. Die Kirchengemeinde sei allerdings bestrebt, die Stelle eventuell mit einem neuen Zuschnitt zu erhalten, so Oertel.
Auch mit der weiteren evangelischen Kirchengemeinde in der Großgemeinde Lohra, die die Ortsteile Kirchvers, Weipoltshausen und Rodenhausen umfasst und von Pfarrer Hans Peter Kovacs betreut wird, habe man Gespräche geführt. Diese Kirchengemeinde wolle allerdings selbstständig bleiben, schloss Oertel seinen Vortrag.






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