Angesichts einer manchmal doch "zu stark vermenschlichten Sichtweise" erklärt der Landkreis mit den Fachbereichen Bauen, Wasser und Naturschutz sowie Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz, wie Weidetiere mit dem Wetter zurecht kommen.
Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt. "Eisige Temperaturen, die wir Menschen als unangenehm und frostig kalt empfinden, stellen für Weidetiere kein größeres Problem dar", so Schienbein. Sie sind in der Lage, insbesondere trockenem Frost oder Schnee zu trotzen, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen. Ein Indiz hierfür sind zum Beispiel schneebedeckte Rinder, Pferde oder Schafe auf einer Weide: "Würde deren Wärmeisolierung nicht funktionieren, wäre der Schnee geschmolzen und das Fell durchnässt."
Anzeige
Mehr Futter und Wasser, um den erhöhten Bedarf an Energie zu decken
Anders dagegen verhält es sich mit zertretenen nassen Flächen auf Wiesen und Weiden, speziell in der Nähe von Futterstellen und Tränken. Zu einem Problem für die Tiere werden diese nassen Flächen dann, wenn keine Möglichkeit besteht, in trockenere Bereiche auszuweichen. Strohmatten auf höher gelegenem Gelände könnten den Tieren trockene Ruheplätze anbieten. Wenn sie dennoch immer wieder gezielt Wasserflächen aufsuchen, so tun sie dies aus eigenem Antrieb.
Einer ganzjährigen Freilandhaltung von Weidetieren steht auch aus Sicht des Tierschutzes nichts entgegen, "solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind", erklärt der Landkreis. Entscheidend ist, dass die Tiere ausreichend Futter und Wasser haben, um ihren im Winter erhöhten Energiebedarf zu decken. Bieten die Flächen bei extremem Frost oder geschlossener Schneedecke nicht mehr genügend Futter, muss zugefüttert werden - in ausreichender Menge und Qualität. Ebenso wichtig ist Trinkwasser, das die Tiere mindestens einmal täglich bis zur Sättigung brauchen, Muttertiere mit säugenden Lämmern und Kälbern brauchen mindestens zweimal täglich Wasser. Vorgeschrieben ist: Wer Tiere im Freiland hält, muss die Weideflächen täglich kontrollieren.
Sowohl Rinder, Schafe mit Lämmern oder Ziegen als auch Pferde, die auf der Weide gehalten werden, benötigen einen Witterungsschutz - ob aus natürlichen Elementen oder künstliche Einrichtungen, ist egal. Der Unterstand muss an drei Seiten nach den Hauptwindrichtungen geschlossen sein und allen Tieren gleichzeitig einen trockenen und windgeschützten Liegeplatz bieten.
Auch Schweine können auf der Weide gehalten werden, teilen die Experten des Landkreises mit. Weil ihr Haarkleid aber nur schwach ausgeprägt ist, stellen sie höhere Anforderungen an den Witterungsschutz. Die Schweine sollten die Möglichkeit haben, sich langsam an die sinkenden Temperaturen zu gewöhnen.
Gerade im Winter sollte verstärkt darauf geachtet werden, dass die Tiere über die nötige körperliche Fitness verfügen, um auch extreme winterliche Wetterlagen im Freien unbeschadet zu überstehen.
Pferde sollen keine Hufeisen tragen, in denen sich Eis und Schnee festsetzen
Sie müssen sich frei auf einer angemessen großen Fläche bewegen können.
Pferde sollten auf der Winterweide keine Hufeisen tragen, in denen sich Schnee und Eis festsetzen könnten.
Auch im Landkreis dient die ganzjährige Freilandhaltung der Pflege und dem Erhalt, erklären die Fachleute: "Zahlreiche schutzwürdige Gebiete sind nur mit Hilfe dieser Bewirtschaftungsweise dauerhaft und kostengünstig zu schützen und zu entwickeln."





















