Am Dienstag vergangener Woche hatte die Polizei nach einem Einbruch in ein Lebensmittelgeschäft in Altenvers zwei Männer festgenommen (diese Zeitung berichtete). Schnell erhärtete sich laut Martin Ahlich der Verdacht, dass die polizeibekannten Männer "alleine, zusammen oder mit wechselnder Besetzung für weitere Einbrüche verantwortlich sind", wie der Polizeisprecher mitteilte.
So auch für einen Einbruch in ein Wohn- und Geschäftshaus in Gisselberg. Den dort gestohlenen Wandtresor sollen die Täter laut Hinweisen nahe des Bootshauses in die Lahn geworfen haben. "Dieser Tresor ist für die Beweisführung gegen die Tatverdächtigen sehr wichtig, zumal die Festgenommenen bislang lediglich die nachweisbaren Tatvorwürfe einräumen", erklärt Ahlich.
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Aus diesem Grund rückte gestern die Tauchgruppe der Bereitschaftspolizei mit elf Beamten an. Zunächst sägten sie mittels Motorsäge unmittelbar am Bootssteg ein etwa 1,50 mal 1,50 Meter großes Loch in das an dieser Stelle 18 Zentimeter dicke Eis. Dann wurde eine Leiter ins Wasser gelassen - bevor der erste von insgesamt drei Tauchern angeleint seinen Abstieg in die eisigen Fluten begann.
Immerhin: Bei etwa minus elf Grad kalter Außenluft betrug die Wassertemperatur direkt unter dem Eis 0,3 Grad plus. "Und etwas tiefer ist das Wasser noch wärmer", weiß Taucher-Kollegin Bianca H. Gegen die Kälte waren die Taucher bestens geschützt - durch ihre Trockentauchanzüge. "Darin halten wir bis zu 75 Minuten aus", sagt die Taucherin.
Ihr Kollege war indes unter dem Eis: Nur seine Luftblasen waren sichtbar, hier und da schimmerten die gelben Taucherflossen durch das Eis. Der Kollege, der ihn an der Leine führte, stand mit ihm in Funkkontakt, dirigierte ihn in die gewünschte Richtung.
Doch schon nach einer guten Viertelstunde tauchte Thomas K. wieder auf: Sein Lungenautomat war vereist. Dadurch strömt die Luft ununterbrochen und mit Druck aus dem Automaten - der Taucher kann nicht mehr kontrolliert atmen, die Pressluftflasche entleert sich binnen kürzester Zeit.
Nach Abbruch der Aktion: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Aber davon ließ sich Thomas K. nicht entmutigen: "Die Sicht ist super, das Wasser ist warm", konstatierte er. Er wollte noch einmal runter, bekam neues Gerät. Doch nach weiteren zehn Minuten war die Vereisung wieder da - die Experten mussten aus Sicherheitsgründen abbrechen.
"Die Tauchergruppe hat ihre Unterstützung und nochmalige Bereitschaft zur Suche nach dem Tresor bei besseren Witterungsbedingungen jedoch zugesagt", sagte Martin Ahlich in seinem Bericht von der Aktion.




















