In einem offenen Brief hatte sich die "IG Pro Natur Steinperf" am 10. Februar an Landrat Robert Fischbach gewandt. Dieser hat nun geantwortet und dies ebenfalls in Form eines offenen Briefes getan. Er möchte mit seinem Antwort schreiben ein "paar Missverständnisse" aufklären.
Zwar habe das Hessische Energieforum beschlossen, dass in Zukunft zwei Prozent der Landesfläche als Windvorrangfläche ausgewiesen werden soll.
Anzeige
Für den Landkreis seien bisher 0,43 Prozent ausgewiesen, der Regionalplan Mittelhessen sehe 0,52 Prozent vor.
"Unser Landkreis hat gar nicht so gute Standortbedingungen für Windkraft wie zum Beispiel der Vogelsbergkreis", erklärt Fischbach.
Daher seien die von der IG benannten 3,5 Prozent als Vorranggebiete nicht denkbar.Das errechnete Windpotenzial der vorliegenden Windkarten müsse nicht mit den wirklichen Messungen im Rahmen einer Überprüfung der Standorte übereinstimmen, so Fischbach. "Schon Abweichungen von 0,25 Meter pro Sekunden können einen Standort unrentabel machen."
Auch die Sorge, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf die Rhein-Main-Region mitversorgen könne, sei nicht zutreffend. Die vorhandenen 29 Anlagen würden nur zehn Prozent des Strombedarfs decken.
"Wir sind sehr weit davon weg, uns selbst versorgen zu können", so Fischbach.
Nur Fotovoltaik reicht nicht aus
Dazu benötige man - neben Fotovoltaik und Biogasanlagen - rund 150 neue Windkraftanlagen. Selbst wenn man in der Gemeinde Steffenberg jede geeignete Fläche mit Fotovoltaik ausstatten würde, decke man gerade 30 Prozent des Energiebedarfs in der Kommune. Fischbach unterstrich, dass alle Nutzungsarten zur Energiegewinnung mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden sind.
Auch ihm wäre ein Landschaftsbild ohne Windkraftanlagen lieber. Allerdings gehe es ohne nicht, wolle man den Strombedarf selber decken.
"Was wir erreichen müssen, ist eine abgestimmte Planung, so dass die Lasten und die Vorteile der Windkraftanlagen möglichst gleich verteilt sind." Fischbach bittet die IG, auch einmal Alternativen abzuwägen und die "Planungen konstruktiv kritisch zu begleiten".






Kommentare (0)













