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10.05.2012, 00:00 Uhr
Von Michael Agricola

Fronhausen

Pendler werden vielfach belastet


Sechs Bürgermeister wehren sich gegen Marburger Beschluss


Fronhausen. Außer der Stadt Marburg und der Initiative "Main-Weser-Bahn in Takt" will niemand die Streichung von insgesamt zwölf Stationshalten. Das stellen zumindest die fünf Bürgermeister aus den Gemeinden Weimar, Lohra, Fronhausen, Ebsdorfergrund und der Stadt Lollar fest.






"Mit uns nicht? protestieren die Bürgermeister Peter Eidam (von links), Georg Gaul, Reinhold Weber, Andreas Schulz und Bernd Wieczorek. (Foto: Becker/nh)zoom"Mit uns nicht? protestieren die Bürgermeister Pet... | mittelhessen.de
Unterstützer der Gruppe ist überdies der Bürgermeister der Stadt Staufenberg. "Mit uns nicht", ist ihre Antwort auf das Vorhaben. Strikt dagegen sind die Verwaltungschefs, dass Züge der Hessischen Landesbahn (HLB) in Zukunft als Regionalexpress ohne Halt zwischen Marburg und Gießen verkehren. Von dieser Regelung werden insgesamt sieben Bahnhöfe betroffen sein. Gehalten wird dann nicht mehr am Marburger Südbahnhof, in Niederweimar, Niederwalgern, Fronhausen, Friedelhausen, Lollar und Gießen- Oswaldsgarten.

Das Ganze soll eine Zeitersparnis von zwölf Minuten bringen und somit die Verbindung nach Frankfurt schneller machen. Betroffen ist der Zeitraum von 10.22 Uhr bis 20.22 Uhr. "Wegen zwölf Minuten können unmöglich wichtige Haltestellen abgeschafft werden", sagte Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber bei dem Treffen im Bürgerhaus von Fronhausen.
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Unzählige Pendler aus den sechs Gemeinden würden mit dieser Regelung sozusagen auf der Strecke bleiben. Ökonomisch und ökologisch sei dies ein Aberwitz, so Weber. Er erklärte, dass die Regelung für die Pendler aus den sechs Gemeinden eine Verlängerung des Weges und der Fahrzeit sowie eine zusätzliche finanzielle Belastung bringen würde.

Sie müssten dann zu den Hauptbahnhöfen nach Gießen oder Marburg fahren, dort Parkplätze suchen, die es auch nicht gäbe - und wenn sie doch Glück hätten noch teure Parkgebühren zahlen, so die Argumente. Darüber hinaus sehen die Rathauschefs den Wegfall der Haltestellen als Verlust von Standortattraktivität und befürchten, dass langfristig auch die Busanbindungen negativ betroffen sein werden.

"Unsolidarisches Ansinnen und unverschämtes Eigeninteresse von Marburg"

"Die Fahrzeitverkürzung klingt vordergründig attraktiv, verletzt in der Region aber die Interessen von sechs Städten und Gemeinden", so Andreas Schulz, Bürgermeister aus Ebsdorfergrund. Eine Resolution, unterschrieben von den fünf anwesenden Bürgermeistern richtet sich nun an die Landkreise sowie die Städte Marburg und Gießen, den Regionalen Nahverkehrsverband (RNV), den Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) und den Rhein-Main-Verkehrsberbund (RMV).

Darin werden die genannten Argumente für den Erhalt der Stationshalte dargelegt und die Beibehaltung der jetzigen Standards gefordert. "Das Ganze ist ein unsolidarisches Ansinnen und unverschämtes Eigeninteresse der Stadt Marburg und der Initiative Main-Weser-Bahn in Takt", sagte Lollars Bürgermeister Bernd Wieczorek.

"Wir hätten uns alle gewünscht, dass die Stadt Marburg vorher ein paar Worte mit uns gewechselt hätte", meinte Weimars Bürgermeister Peter Eidam. "Hier geht es um Pendler und nicht ein paar Professoren, die schnell nach Hause wollen", meinte Schulz. Die Gruppe sah sich in ihrem Ansinnen bereits auf breiter Front gestärkt.

"Die Stadt und der Landkreis Gießen sind unserer Meinung und auch in der Region Marburger Land gibt es einen einstimmigen Beschluss für die Zughalte", berichtete Schulz. Das sei ebenfalls der Fall in den Gemeindeparlamenten.

Die hier noch fehlenden Beschlüsse seien nur noch Formsache, so die Bürgermeister. Erwartet wird auch eine deutliche Unterstützung durch den RNV. "Wir sind hier Mitglieder und fordern die Vertretung unserer Interessen", machte Weber deutlich.

Das Thema beschäftigte bislang nicht nur die Gemeindeparlamente, auch im Marburger Kreistag wurde es bereits diskutiert. Rund 100 betroffene Pendler wurden dort beziffert. Diese Zahl zweifelte der Fronhäuser Ernst Becker an. Er pendelt seit 30 Jahren nach Frankfurt und schätzt "mehrere Hundert Betroffene".

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Dokument erstellt am 11.05.2012 um 23:38:57 Uhr
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