Das hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg, Günther Schmidt, nach der Auswertung der jüngsten Umfrage im Kammerbezirk mitgeteilt.
Von Mitte Dezember bis Mitte Januar hatte die Kammer 300 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen nach ihrem Geschäftsverlauf und Einschätzungen für die Entwicklung in der nahen Zukunft befragt. Daraus wird der Gesamtklima-Index errechnet, der gegenüber der letzten Erhebung im Spätsommer bei stabilen 115 Punkten geblieben ist. Hessenweit ist dieser Index von 121 auf 117 Punkte gesunken. Der positive Bereich fängt bei über 100 Punkten an.
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42 Prozent der befragten Unternehmen berichten von ihrer guten wirtschaftlichen Lage, 48 Prozent beurteilen ihre Situation "befriedigend" und nur zehn Prozent halten ihre Geschäftslage für schlecht.
Fast zwei Drittel rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer gleichbleibenden Entwicklung; jeweils 18 Prozent meinen, dass es weiter bergauf beziehungsweise bergab geht. Schmidt: "Wir hatten noch nie eine bessere Beurteilung der gegenwärtigen Lage. Nur die Erwartungen haben sich etwas eingetrübt."
Jedes zweite Unternehmen sorge sich indessen um die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. 44 Prozent sähen ein Risiko in der weiteren Gestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und seien durch die fortlaufenden politischen Bemühungen zur Stabilisierung des Finanzsektors verunsichert, so Schmidt. Jedes dritte Unternehmen mache sich Sorge um Fachkräfte, obwohl es bisher in der Region noch keinen Mangel zu beklagen gebe.
Keine Flaute im Baugewerbe
Die Industrie hinterlässt nach der jüngsten Umfrage den stärksten Eindruck. Dort stieg der Klimaindex auf 130 Punkte an und erreicht fast wieder den sehr guten Wert vom Frühjahr 2011. Von einer guten Lage berichten 55 Prozent, 38 Prozent sind zufrieden. 27 Prozent rechnen gar mit einer weiteren Verbesserung.
Was will man mehr: Bei 43 Prozent der Unternehmen sind die Aufträge aus dem Inland gestiegen und bei 36 Prozent die aus dem Ausland. Gleichgeblieben sind Aufträge aus dem Inland bei 50 Prozent und aus dem Ausland bei 48 Prozent der Befragten.
Im heimischen Baugewerbe gibt es keine Flaute. Hier hat sich der Klimaindex gegenüber dem Spätsommer von 110 auf 120 Punkte verbessert. Die Auftragseingänge sind insgesamt gestiegen, vor allem im Ausbaugewerbe. Der Auftragsbestand liegt bei vier und mehr Monaten. Kein Unternehmen beurteilt seine Situation in der Baubranche als schlecht und die Zukunftserwartungen liegen alle im positiven Bereich.
Die Stimmung im heimischen Einzelhandel (82 Indexpunkte) hat sich nach den Umfragewerten verbessert, bleibt aber das Sorgenkind. Zwar melden 65 Prozent "befriedigend" und 15 Prozent "gut", doch das Weihnachtsgeschäft hat die Erwartungen nicht erfüllt, der bis Ende Januar milde Winter die Kauflaune für Winterbekleidung gedrückt und zunehmend wächst der Online-Handel. 40 Prozent der Händler meldeten weniger Umsatz.
Der Großhandel meldet überwiegend "gut" (43 Prozent) und befriedigend" (36 Prozent). Immerhin 70 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Die Dienstleister haben sich auf einem hohen Niveau stabilisiert, erwarten aber für das Jahr 2012 eine eher rückläufige Entwicklung.
Das unentwegte Krisengerede in Deutschland schlägt dem Limburger IHK-Präsident Günther Schmidt aufs Gemüt. "Wir müssen nur lange genug von der Krise reden, dann haben wir sie herbeigeredet", sagte Schmidt bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage. Danach wollen 59 Prozent der Unternehmen künftig etwa gleich viel investieren, 20 Prozent sogar mehr, 21 Prozent dagegen weniger. Mehr investieren will vor allem die Industrie und hier die Hersteller von Investitionsgütern. Jeder zwei Einzelhändler will dagegen sein Investitionsbudget kürzen.
Besser sieht es dagegen bei der Personalpolitik aus: 18 Prozent der Unternehmen wollen mehr Mitarbeiter einstellen, nur elf Prozent die Zahl der Beschäftigten kürzen und 71 Prozent gehen vom gleichen Personalbestand aus.
Mehr Personal brauchen vor allem die Produzenten von Investitionsgütern, aber auch das Baugewerbe, Gastronomen und die unternehmensbezogenen Dienstleister. An Personalabbau denken eher die Einzelhändler.





















