Allein zwischen 1954 und 1999 sind 30 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund eingewandert. Das sind derzeit 19 Prozent der Bevölkerung. "Die einen hätten es am liebsten, wenn man gar keine Probleme finden würde. Für andere sind Einwanderer an allem schuld", sagte Schirrmacher. Deutschland suche als größtes Einwanderungsland Europas den Schulterschluss mit Migranten. Schirrmacher ist unter anderem Sprecher für Menschenrechte und Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz. Außerdem ist er Direktor des 2006 gegründeten Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (Bonn, Kapstadt, Colombo) sowie Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.
Warnung vor Rassismus
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"Kirche ist multikulturell. Ein zum Christentum konvertierter Türke darf türkisch beten", verdeutlicht Schirrmacher an einem Beispiel Weltoffenheit. Der Christ habe großen Respekt vor allen Menschen, weil sie, von Gott geschaffen, die gleiche Würde verbinde.
"Sind deshalb Christen Menschen, die Multikulti toll finden? Oder wird die christliche Identität unserer Gesellschaft in Frage gestellt, so dass wir uns dagegen wehren müssen?", fragte er. Christen müssen laut Schirrmacher einen Spagat schaffen. Einerseits sollten sie selbst Religionsfreiheit haben, "doch wenn wir sie erhalten wollen, müssen wir unsere Arme auch für Muslime offen halten. Darum gibt es ohne Religionsfreiheit keine funktionierende Demokratie."Problematisch werde Multikulti, wenn eine Kultur der anderen aufzwingen wolle, so zu sein wie sie. Dieses Ziel verfolgten fünf Prozent der in Deutschland lebenden Anhänger des Islamismus. "Das sind immerhin 300 000 bei uns lebende Menschen", sagte er.
"Jeden dritten Tag wird eine Moschee von der Polizei durchsucht, die in der Regel dort Materialien gegen die Religionsfreiheit findet", sagte der Referent. Doch er warnte auch vor Rassismus: Alles, was in unserer Gesellschaft nicht funktioniere, auf Einwanderer zu schieben, sei genau so falsch. Türkischen Unternehmer beschäftigen zwei Millionen Mitarbeiter in Deutschland. 90 Prozent davon seien Deutsche, so Schirrmacher.






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