Drinnen läuft die Standheizung auf Hochtouren. Außen erscheint alle 15 Minuten ein Schüler und blickt durchs Fenster. "Bin ich schon dran?", fragt er. Acht mal geht das so. Alle, die kommen, suchen etwas: eine Ausbildungsstelle, eine weiterführende Schule, oder einfach nur Orientierung.
Sozialarbeiterin Sarah Weinzierl von der Limburger Beratungseinrichtung "Jobactiv" und Runkels Jugendpfleger Thomas Dornoff haben dafür jede Menge Mappen und Ordner in ihrem "Roadie", dem mobilen Beratungsbüro, dabei. Darin befinden sich Ausbildungsstellen in nahezu jedem Berufsfeld. Fast noch wichtiger aber ist ihre Erfahrung.
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Auf die vertraut auch Mahmut aus Dehrn. Er will Maschinenbauer werden. Weinzierl lässt ihn erst einmal erzählen und merkt schnell: "So wirklich überzeugt klingt das alles nicht." Kurze Zeit später hat die Sozialarbeiterin wichtige Infos aus Mahmut herausgekitzelt: Der 17-Jährige will nicht schwer arbeiten, das haben ihm Praktika und sein Vater gelehrt, der auf dem Bau arbeitet. Und: Die Eltern würden dem Zehntklässler ein Studium finanzieren.
Dann kommt Dornoff: "Wirtschaftsingenieur wäre doch auch was. Dafür genügt Fachhochschulreife, die dauert ein Jahr weniger." Und er mahnt, die Entscheidung mit Weitsicht zu fällen: "Du bist erst mit 24 auf dem Arbeitsmarkt. Wer weiß, ob Ingenieure dann noch so gefragt sind wie heute."
Von Ingenieur bis "Verputzer": Die Sozialarbeiter haben für alle ein Angebot dabei
Als nächstes kommt Daniel. Der 15-Jährige aus Weyer weiß, was er will. Anlagemechaniker für Klimatechnik soll es sein. Das hat ein früheres Beratungsgespräch ergeben. Das Problem nur: Daniel hat sich auf zehn Ausbildungsstellen beworben und keine einzige Antwort erhalten. Weinzierl rät: "Ruf doch mal an und frag, ob die stellen überhaupt noch zu vergeben sind und ob deine Bewerbungen in Ordnung waren." Und sie bietet an, die nächsten Bewerbungen gegenzulesen. Die Sozialarbeiterin rät außerdem, sich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend zu melden. Dann bekäme Daniel neue Angebote zugeschickt, sobald sie bekannt werden. Und auch die Bewerbungskosten würden erstattet.
Während sich Daniel alles in Ruhe anhört, wartet schon Steven vor dem Bus. Unter den acht Jugendlichen, die das Angebot an diesem Vormittag in Anspruch nehmen, ist nur ein Mädchen. Und der Vormittag zeigt auch: Es sind keineswegs nur Härtefälle, die hier vorstellig werden. Gut die Hälfte haben gute Noten und brauchen Hilfe bei der Entscheidung zwischen Studium oder Ausbildung.
Steven wollte mal Berufskraftfahrer werden, weil sein Vater das auch ist. Dornoff bringt die Ausbildung zum Baggerfahrer ins Spiel und zieht auch gleich eine Stellenanzeige aus der Mappe. Mittlerweile will Steven aber lieber Verputzer lernen. Dass es dafür eine Ausbildung gibt, haben Dornoff und Weinzierl noch nie gehört. Schnell ist ein Katalog zur Hand und der zeigt: Der Ausbildungsberuf heißt Bauten- und Objektbeschichter. Mit der richtigen Bezeichnung hat Steven jetzt bessere Chancen. Auch dafür kann der Besuch des "Roadies" gut sein.






















