Mit dem lateinischen Gruß "Salvete!", begrüßte Stroh die Schüler. Der emeritierter Professor der Münchner Universität unterstrich mit seinen Gesten und Hinweisen die einleitenden lateinischen Sätze so, dass seine Zuhörer zumindest erahnen konnten, um was es ihm ging. Erleichtert waren die Schüler, als Stroh seine Ausführungen dann doch zum überwiegenden Teil auf deutsch vortrug. "Oh Rede, die du Herzen lenkst, die Welt regierst", zitierte er und belegte, wie eine gut aufgebaute Rede die Zuhörer beeinflusst.
Redner wollen sich darstellen
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Die Macht der Rede sei, so Stroh, auch heute ungebrochen. Allerdings müsse man die Vorstellung revidieren, dass große politische Reden heute im Parlament gehalten würden. Den dort gehe es nicht mehr darum, Zustimmung zu erwirken, sondern nur noch um die Darstellung des eigenen Standpunkts.
Reden, die heute Geschichte machten, würden auf Parteitagen gehalten. Sein Beispiel: Joschka Fischers Rede zum Kosovo-Einsatz der Bundeswehr auf dem Parteitag der Grünen. Es gehe heute mehr um die Wahl von Personen als darum, sachliche Entscheidungen herbeizuführen, was er am Beispiel des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erläuterte.
Stroh demonstrierte schließlich an den Beispielen Hitler und Goebels, wie gefährlich der Einfluss von Reden sein kann, wenn keine Gegenrede mehr erlaubt ist. "Audiatur et altera pars" (Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede) - darauf sollten die Schüler ihr Augenmerk richten und sich in der Redekunst üben, um andere überzeugen zu können.
Professor Stroh machte seinen neunzig Minuten dauernden Vortrag zu einem anschaulichen Beispiel, was klassische Rhetorik zu leisten vermag und warb nebenbei noch für die lateinische Sprache. "Latein ist tot. Es lebe Latein!"
Organisiert wurde der Vortrag von Meike Keul-Stubbe und Karin Kautz.






















