Im Mittelpunkt der zweieinhalbstündigen Feierstunde stand Albrecht Schön. Nach 38 Jahren Dienstjahren, knapp sechs Jahre davon als Schulleiter in Ehringshausen, geht er nun aus gesundheitlichen Gründen in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.
Viele Redner lobten den 61-jährigen Pädagogen und waren sich in einem einig: Schön sei trotz vielfältiger Aufgaben und Ansprüchen immer "Mensch" geblieben.
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Höhepunkt des Festaktes war der musikalische Beitrag von Tim Gilbert und Nikolai Loh, die das Lied "Schön war die Zeit" für ihren ehemaligen Chef umgetextet hatten und gemeinsam mit den geladenen Gästen einstimmten.
Zuvor hatte Franz-Ludwig Löw vom Staatlichen Schulamt an den Werdegang erinnert, der immer aufwärts gegangen sei. Schön habe als "Vollblutpädagoge" in den sechs Jahren die Schule geprägt. Er erinnerte an die Einführung einer Mensa, an die Namensgebung und den Neubau eines Klassentraktes. Dinge zum Ergebnis zu führen, sei für ihn typisch gewesen, charakterisierte der Schulamtsdirektor den scheidenden Schulleiter. Schön habe das Profil geschärft, wobei ihm Kooperationsbereitschaft und die Integration wichtig gewesen seien. "In der Zeit Ihrer Führung hat die Schule mit ,Johannes-Gutenberg-Schule nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht bekommen", lobte Löw.
Bürgermeister Jürgen Mock (SPD) dankte für die "mitreißende Einsatzfreudigkeit" und den engen Bezug zu den Schülern. Er gab in Gedichtform Ratschläge für den Ruhestand. Joachim Theiß, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich über gelungene Projekte und ein immer offenes Ohr. Die Zusammenarbeit sei hervorragend gewesen, was auch Kerstin Weber für den Lahn-Dill-Kreis bestätigte. Sie hatte zugleich drei Varianten für den geplanten Umbau im Bereich der Naturwissenschaften mitgebracht.
"Schule nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht gegeben"
Die Elternbeiratsvorsitzende Sabine Blumrich-Krayl verneigte sich vor Schön und dankte für die Arbeit, vor allem für die Einführung eines Elternforums. Ulrike Buurman sprach für die Schulleiter und sagte, dass sie die wertvolle Zusammenarbeit vermissen werde. Schulsprecher Julius Lehnhardt steuerte einen kurzweiligen Beitrag über die vielen geleisteten Stunden außerhalb der Schule bei. Zu den Würdigungen gehörten auch Worte von Adelheid Mulch vom Staatlichen Schulamt und vom Personalrat. Ein musikalischer Beitrag des Schulchors bereicherte die Verabschiedung.
Schön selbst beleuchtete in seiner kurzen Rede den Paradigmenwechsel. "Den Mut zu haben, etabliertes Wissen in Frage zu stellen, mag einer der wichtigsten Charakterzüge eines Pädagogen und Schulleiters sein", änderte er ein Zitat der königlich-schwedischen Akademie ab. Dies sei ein Leitthema in der Schule. "Was hat man in den letzten Jahren nicht alles unternommen, uns mit Hilfe schulfremder Paradigma zu ,professionalisieren und zu ,zertifizieren", resümierte er. Vieles sei jedoch neuer Wein in alten Schläuchen. Er dankte den Kollegen, die den Weg zu mehr Individualität und einem behutsamen und effizienten Umgang auch mit schwierigen Schülern mitgegangen seien.
Die erweiterte Methodenkompetenz in Ehringshausen hebe sich durchaus von anderen Schulen ab. Mit dem Appell "halten Sie vor allem und in allen Wellen und Zeitläufen bitte den einzelnen Schüler fest im Blick und möge dieser Blick ein wohlwollender sein", schloss er. Er dankte seiner Frau Anke, den drei Kindern, dem Schulleitungsteam, Hausmeistern und Sekretärinnen sowie Mitstreitern.
Die Einführung von Gabriele Abraham war dann wieder Angelegenheit von Franz-Ludwig Löw. Er verlas den Werdegang der geborenen Berlinerin, die seit 2006 die Weiltalschule in Weilmünster geleitet hat. Löw beschrieb die neue Leiterin als "deutlich, verbindlich und durchsetzungsfähig". Sie könne die Belange der Schule überzeugend vertreten. Die Fachbereichsleiter hatten für sie allesamt kleine Geschenke als Symbole der künftigen Zusammenarbeit mitgebracht.
Die 58-jährige Gabriele Abraham verglich den Posten der Schulleiterin mit dem einer Dirigentin. Schulleiter und Dirigent müssten überzeugen und motivieren können, Visionen und klare Vorstellungen haben. Sie wünsche sich in der Kenntnis der gegenseitigen Abhängigkeit viele große Auftritte und einen guten Klang.
Abraham ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und treibt in der Freizeit viel Sport. Die Gymnasiallehrerin für Chemie und Biologie will in Ehringshausen auch im Bereich der Naturwissenschaften unterrichten. Die Gesamtschule hat 1135 Schüler und 77 Lehrkräfte. Die Moderation der Veranstaltung hatte der stellvertretende Schulleiter Gerhard Heimann übernommen.























