SPD, Grüne und FWG lehnten am Montag mit ihrer Mehrheit im Kreistag einen Antrag der CDU-Fraktion zum Amthof ab. Die CDU wollte erreichen, dass der Kreisausschuss - unabhänig von der Frage, ob der Kreis in Atzbach Schulträger bleibt - die Möglichkeit einer Sanierung des Amthofs erneut prüft. Als Grund führte die CDU an, dass ein Unternehmen angeboten habe, die Sanierung zum Festpreis von 2,2 Millionen Euro auszuführen.
Solange Lahnauer vor Gericht streiten, will der Kreis keinen Bauantrag stellen
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Die CDU-Fraktion rechnet dabei vor, dass der Kreis bereit sei, 1,7 Millionen Euro für einen Schulneubau in Atzbach zu zahlen. Die Gemeinde Lahnau habe einen Zuschuss von 300 000 Euro zugesagt. Die Initiative Grundschule Atzbach im Amthof (IGA) habe bereits Spenden von mehr als 80 000 Euro gesammelt, hinzu kämen mögliche Denkmalschutz-Zuschüsse. Die nötigen 2,2 Millionen Euro seien also beinahe beisammen. Zudem forderte die CDU den Kreisausschuss auf, einen Runden Tisch mit allen Beteiligten einzuberufen.
Landrat Schuster wies den CDU-Antrag zurück. Er könne nur davor warnen, das Pauschal-Sanierungsangebot von 2,2 Millionen Euro anzunehmen. "Um das als seriös anzusehen, muss man schon viel Phantasie haben", sagte Schuster. "Wir als Lahn-Dill-Kreis werden den Amthof gewiss nicht sanieren", erklärte der Landrat. Er betonte erneut die Linie des Kreises, der in Atzbach sehr wohl eine Grundschule belassen wolle, aber eben nicht mehr als 1,7 Millionen Euro investieren könne. Dieser Betrag sei auch "das letzte Wort", das das Regierungspräsidium dem Kreis gestatte. Dazu gebe es "eine klare Ansage" vom Vize-Regierungspräsidenten Hans-Otto Kneip.
Der vom Kreis vorgeschlagene, 1,7 Millionen Euro teure Anbau an die Lahntalschule sei die wirtschaftlich vernünftigste Lösung. Wenn in Atzbach dagegen mit Emotionen verbundene Wünsche nach einer Sanierung des Amthofs geäußert würden, müssten diese auch vor Ort finanziert werden.
Dass die Frage, ob die Gemeinde Lahnau die Schulträgerschaft und den maroden Amthof vom Kreis übernimmt, nun dazu führt, dass sich Bürgermeister und Parlament vor Gericht wiedertreffen, sei nicht Sache des Kreises. "Wir sind nicht der Schiedsmann", so Schuster. Der Kreis warte vielmehr ab, wie der Rechtsstreit ausgeht. Der IGA sei aber zugesagt worden, dass der Kreis zwischenzeitlich nicht Fakten schaffe, etwa indem er einen Bauantrag stelle. "Wir warten ab", so Schuster. Unabhängig davon würden die Atzbacher Kinder ab dem nächsten Schuljahr aber ein neues provisorisches Domizil erhalten. Sie sollen dann in Waldgirmes zur Schule gehen, bis für Atzbach eine dauerhafte Lösung gefunden ist.







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