"Neunerrats"-Präsident Klaus Schülert präsentierte eine über vier Stunden lange gelungene Mischung aus Tänzen, Büttenreden und anderen karnevalistischen Juwelen, bevor Oliver Blumrich und Rainer Buhlmann als "Die 2wo" die Tanzfläche füllten.
Tänzerisch taten sich die Schneeflocken-Garde und die Juniorengarde "No Names" hervor, die flotte Garde- und Showtänze sehen ließen, bei einem Medley mit Stimmungshits und als fesche Schulmädchen. Die Jüngeren begeisterten mit einem phantasievollen Ausflug in die Unterwasserwelt; und Marie und Viktoria Schülert lieferten sich als Piratenbräute ein rasantes tänzerisches Säbelduell.
Als Gäste tanzten wieder die "Diamondz" und die Gruppe "Temptation" der Merkenbacher Twirling-Girls über die Bühne, letztere mit Leuchtstäben teilweise im Halbdunkel. Die Beleuchtung spielte auch bei einer der schönsten und originellsten Nummern des Abends eine große Rolle: Der Siedlerinnen-Treff brachte mit selbst geschneiderten Vogel-Strauß-Kostümen und Frosch-Figuren eine Schwarzlicht-Aufführung. Zu "Frösche in der Nacht" und "The Lions sleeps tonight" schwebten die Figuren anmutig durch den Raum. Mit Einschränkungen galt das auch für das Männerballett, das ebenso frenetisch umjubelt mit unterschiedlichen heißen Tänzen Südsee-Stimmung in den Saal schwappen ließ.
Silke Meißner, die langjährige Leiterin der Tanzformationen, erwies sich bei ihrer Premiere in der Bütt als Naturtalent. Geschickt nutzte sie ihre Suche nach einem Büttenredner zu einem scharfzüngigen Streifzug durch die Gemeinde, bei dem weder die stinkende Müllverarbeitung noch die Hot-Summer-Night und der Bäderbus ausgespart wurden.
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"Überall fehlts Geld in Sinn, schiebt man das nach Fleisbach hin?"
Mit breitem Sächsisch brachte sie die Narren zum Johlen, als sie "uhnser aller Göönich" Hubert Koch und die Bürgermeister-Kandidaten auf ihre Eignung für die Bütt prüfte und auf "indergommunale Blidsgerähde" und die Geldnot einging. "Überall fehlt´s Geld in Sinn - schiebt man das vielleicht nach Fleisbach hin?", fragte sie mit Blick auf Sportplatz, Bürgerzentrum und schnelles Internet.
In der Bütt machte auch der als neuer Zeremonienmeister tätige Jochen Krumm als "Schönster Mann von Hessen" eine gute Figur. Sein Debüt als Protokoller gab Steffen Kasper, der den Abschied von Pfarrer Maurer erwähnte und sogar dem nächtlichen Abschalten der Straßenbeleuchtung in Sinn etwas Gutes abgewann, glaube ihm doch seine Frau nun, "den Weg nach Hause nicht gefunden" zu haben.
Kasper gab zusammen mit Jochen Niedermeyer auch die "Good old Boys", die auf ihrer Parkbank neben dem Rollator besseren Zeiten hinterher trauerten. Früher sei man auch ohne E-bay ausgekommen, da habe man den ganzen Mist halt mit dem Schubkarren in den Wald gefahren. Nicht fehlen duften Annelie Kutzer und Heike Klabunde als Waltraud und Mariechen, die sich über Mariechens 80. Geburtstag Gedanken machten und sich schließlich auf eine Mottoparty in Lack und Leder verständigten. Und Bürgermeister Koch nutzte die Bütt für eine kurze Abschiedsbilanz.
Die drei Musikanten von "Zwei und ein halber Hahn", Tom Launhardt, Uli Hild und Klaus Schülert, sangen wie eineiige Drillinge verkleidet "Wir wohnen in derselben Straße, wir sind die Söhne vom Bofrost-Mann" und übermittelten die Botschaft "Schunkeln ist Scheiße" - wobei die närrische Schar nun erst recht zu Höchstform auflief. Die Frauen des Männerballetts vervollständigten witzig wie liebevoll kostümiert mit ihrer "Hänsel und Gretel"-Interpretation das schöne Programm.
Eingangs hatte Schülert an den verstorbenen Siedler-Sitzungspräsidenten Rudi Drexler und Protokoller Dieter Kauferstein erinnert und gehofft: "Vielleicht sitzen sie jetzt auf ihrer Wolke, schauen uns zu und halten sich hoffentlich die Bäuche vor Lachen!"

























