Es sei nicht ausreichend gelungen, die Botschaft rüberzubringen, so Martin Vogler bei der dritten Veranstaltung zum Projekt. "Oft habe ich in Gesprächen gemerkt, dass zwar der Wunsch nach einem Laden besteht, aber nur sehr wenige bereit sind, sich dort einzubringen und zu engagieren", mahnte das Arbeitskreismitglied an. Das Projekt könne aber nur gelingen, wenn Rückhalt aus der gesamten Bevölkerung da sei.
Als ein Ergebnis der Befragung teilten Vogler, Klaus Herold und Wilfried Paeschkevom Arbeitskreis Dorfladen mit, dass die meisten Rückantworten - nämlich 165 - von Albshäusern im Alter ab 50 Jahren aufwärts kamen.
Klar sei aber, dass man auch die jüngere Käuferschicht für den Laden brauche. "Man sollte sich überlegen, was sein wird, wenn man selbst älter wird und vielleicht nicht mehr so mobil ist, wie heute. Man muss in die Zukunft blicken", so der weitere Appell Voglers. Ein Fragezeichen bedeute aber vor allem, dass sich nur 83 Bürger bereit erklärten, sich auch finanziell an einem möglichen Dorfladen zu beteiligen.
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Zu wenige Bürger wollen Geld geben; Diakonie als Ausweg?
Man komme nur auf einen Gesamtbetrag von 28 300 Euro. Damit sei das Projekt fraglich. Denn für so wenig finanziellen Rückhalt ist das Projekt laut Arbeitskreis "einfach zu groß".
Zum Hintergrund: 2004 schloss das letzte Einzelhandelsgeschäft, 2009 der Metzger und vor einem Jahr machte auch noch der Bäcker in Albshausen dicht. Im Stadtteil mit 1939 Bürgern und 900 Haushalten sei jedoch genügend Kaufkraft vorhanden, um einen Dorfladen zu betreiben, wenn 450 Haushalte für 33 Euro im Monat einkauften, hatte der Unternehmensberater Volker Hahn im Herbst 2011 dem Stadtteil Mut gemacht.
Mittlerweile habe der Arbeitskreis mehrere Dorfläden in der Bundesrepublik besucht und er sei davon überzeugt, dass so etwas auch in Albshausen funktionieren könnte, sagte Herold. "Es war immer erfolgreich, wenn so ein Laden von Bürgern für Bürger betrieben wurde. Aber das braucht das Engagement vieler", so Herold. Es sollte nicht das Problem sein, den Laden ins Lebens zu rufen, sondern ihn am Laufen zu halten, fuhr er fort.
Auch Wünsche zum Sortiment wurden auf den Fragebögen gesammelt. In erster Linie nannten die Bürger Grundnahrungsmittel von Brötchen, über Milch, Butter, Zucker bis hin zu Fleischwaren. Aber gerade diejenigen Bürger, die besonders umfangreiche Listen bis hin zum kostenlosen Lesen der Zeitung formuliert hätten, wollten null Euro investieren, das sei ihm negativ aufgefallen, so Paeschke. Nur drei Prozent der Bürger hätten sich ehrenamtlich für den Laden einsetzen wollen. Aufgeben wolle man aber nicht, so Paeschke.
Einen Vorschlag zu einem noch möglichen Ladenkonzept machte Matthias Rau, Geschäftsführer der Diakonie Lahn-Dill. Er berichtete, dass es Bestrebungen gebe, gemeinsam mit dem Betreiber "tegut" und der Stadt Weilburg einen etwa 150 Quadratmeter großen Laden in Weilburg zu eröffnen. "Wir als Stephanuswerk werden die Trägerschaft haben und streben an, dort auch Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen und ihnen eine Arbeit zu geben", so Rau.
Ein Konzept dieser Art sei auch in diesem Kirchenkreis denkbar. Vogler nahm die Anregung gerne an. "Wir sollten gemeinsam darüber nachdenken, ob das in Albshausen auch ein Weg wäre", sagte er. Weiter können die Industrie- und Handelskammer angesprochen werden, regt Paeschke an.
Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) sprach von einem großen Engagement des Arbeitskreises für das Gemeinwohl. "Mir ist wichtig, dass die Albshäuser in diesem Punkt ihr Schicksal selber in die Hand nehmen", so Inderthal.







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