Noch bis Anfang 2012 wird die Sanierung des barocken Palais Papius mit seinen Sammlungen zur europäische Wohnkultur dauern. Auf fast sieben Millionen Euro belaufen sich die Kosten, ein Großteil kommt aus dem "Zukunftsinvestitionsprogramm" der Bundesregierung. So lange lagern die Möbel und andere Einrichtungsgegenstände im Magazin.
Bei einer Fachprüfung ist nun herausgekommen, dass sechs Wandteppiche dringend gereinigt, konserviert und restauriert werden müssen, um ihren Zerfall zu verhindern. Sie sind nach jahrzehntelanger Ausstellung im Palais stark verschmutzt, verklebt und verstaubt, Fehlstellen und Ausbrüche sind aufgetreten, es drohen Verfall und Auflösung.
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Die betroffenen Teppiche im Wert von zusammen 215 000 Euro zeigen Motive wie die Erstürmung Jerusalems, eine Schlachtenszene, Pflanzen und Vögel, eine Gartenlandschaft vor Schloss, eine sakrale Innenraumszene, eine Jagdszene. Prunkstücke sind die beiden jeweils auf 50 000 Euro geschätzten Behänge nach Tournaiser Wirkerkunst von 1465.
Preisspanne von 800 000 Euro
Die Stadt hat mit der Restaurierung solch wertvoller Stücke keine Erfahrung. Die Arbeiten werden bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Werkstätten, die sie ausführen können, sind dünn gesät. Deshalb wurde europaweit danach gesucht. Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot beträgt 800 000 Euro, berichtete Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) im Haupt- und Finanzausschuss. Der günstigste Anbieter kommt aus Belgien und verlangt 101 000 Euro. In Aussicht steht, dass der Hessische Museumsverband sich mit 20 000 bis 30 000 Euro beteiligt.
Weil die Zeit drängt, noch sind es knapp 16 Monate bis zur Wiedereröffnung des Palais, sollen die Stadtverordneten nach dem Willen des Magistrats in ihrer Sitzung am Montag, 6. September, beschließen, das Geld in die Haushalte der Jahre 2011 und 2012 aufzunehmen. Dette erklärte, der Verkehrswert der Teppiche werde mit der Restaurierung steigen und dem Vermögen der Stadt gutgeschrieben. Einer Abschreibung unterlägen Kunstobjekte dagegen grundsätzlich nicht.
Weiterer Restaurierungsbedarf etwa an Möbeln der Palais-Sammlungen seien "zurzeit nicht erkennbar", so Dette.






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