
Zudem war damit der kürzeste Weg zwischen dem Wirtschaftsraum an der Ruhr sowie dem an Rhein und Main bei Frankfurt hergestellt worden. Auch der Weg zu Großstädten und Industriegebieten in Süddeutschland verkürzte sich. Nicht mehr Köln-Gießen, sondern Hagen-Gießen hieß fortan die Hauptstrecke. Die Folge: Der Schienenweg durch das Hellertal von Betzdorf bis Haiger wurde nach und nach zur Nebenbahn degradiert.
Mit den Aufgaben des in Dillenburg angesiedelten Bahnbetriebswerkes wuchs der Lokbestand. Zur Jahrhundertwende waren hier 25 Maschinen stationiert, 1915 dann bereits 42. Dazu gehörten sechs Zahnrad-Tenderloks, denn die noch junge Steilstrecke im Schelderwald wurde bis in die 20er Jahre mit Zahnstangen bewältigt, die auf der Mitte der Schwellen befestigt waren. Im Dezember des gleichen Jahres ging der sechzehnständige Ringlokschuppen mit einer elektrischen Drehscheibe in Betrieb.
Gleichzeitig wurde der Güterbahnhof, der ursprünglich in der Nähe der heutigen Hohlbrücke lag, auf die Herrenwiese Richtung Niederscheld verlagert - dorthin, wo das Dilltal deutlich breiter war. In den kommenden Jahrzehnten sollte hier nach und nach der größte Verschiebe- und Güterbahnhof zwischen Köln und Gießen entstehen.
Vier Lokbahnhöfe waren Dillenburg organisatorisch unterstellt
Zwischen 1934 und 1935 wurde die erste Drehscheibe von 20 auf 23 Meter verlängert, der Schuppen um neun auf 25 Stände vergrößert. Vier Lokbahnhöfe, in denen die Dampfmaschinen unter einem Dach überwintern konnten, waren den Dillenburgern organisatorisch unterstellt: Ewersbach, Gladenbach, Gönnern und Rennerod. Diese umfangreichen Bahnanlagen waren es, die zehn Jahre später zum Objekt der US-Militärstrategen werden sollten, als sich die nationalsozialistischen Machthaber noch immer gegen ihre Niederlage und ihr Ende aufbäumten - und an Menschen und Material alles verheizten, was sie konnten.







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